VERSICHERUNGEN

Assekuranz und Insurtechs

BdV kritisiert GroKo-Pläne

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Berliner Novelle
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Kritik um den vorläufigen Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD. Der Bund der Versicherten (BDV) vermisst wichtige Themen. Nicht nur, dass die desolate Situation der Lebensversicherung und die damit verbundenen Run-offs ausgeklammert werden – auch die geplanten Gespräche mit Versicherern über neue Riester-Konzepte sorgen für Ablehnung

 

In einem Pressetext wird dem Koalitionsvertrag vom BdV ein äußerst schlechtes Zeugnis ausgestellt.

 

Verband vermisst Korrekturen

 

Insbesondere fehlen Aussagen zu Perspektiven für Altersvorsorgesparer sowie Konzepte zu Auswegen aus der Niedrigzinspolitik und zum Schutz von Lebensversicherungskunden. BdV-Sprecherin Bianca Boss machte darauf aufmerksam, dass seit Inkrafttreten des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG) die Kunden seitens der Versicherer weniger an den Bewertungsreserven beteiligt werden. Hier hoffte der Verbraucherverband auf deutliche Korrekturen.

 

Keine Rede über Run-Offs

 

Zum Bedauern des BdV wurde auch das Thema Run-off bisher nicht angesprochen. Und daß, obwohl Ralph Brinkhaus, der stellvertretende Vorsitzende der CDU/ CSU-Bundestagsfraktion angekündigt hatte, dieses Thema zum Verhandlungsgegenstand zu machen. Der BdV hoffte, dass die Politik in die Praxis der Versicherer, langjährige Leben-Policen an externe Investoren zu veräußern, regulierend eingreift.

 

Alles wie gewohnt

 

Die BdV-Sprecherin Bianca Boss kritisiert, dass Run-Offs, Leistungskürzungen und geschmälerte Renditen das Vertrauen der Verbraucher in die private Altersvorsorge nachhaltig schädigt. „Die Lebensversicherungsbranche und ihre Kunden sind den Großkoalitionären offensichtlich gleichgültig – das ist sehr beunruhigend“, so die BdV-Sprecherin.
Für völliges Unverständnis sorgt das politische Vorhaben, weiterhin am Drei-Säulen-Modell festzuhalten und auf dieser Basis die private Altersvorsorge weiter zu entwickeln. Dazu soll ein „Dialogprozess“ mit der Versicherungswirtschaft angestoßen werden, um eine zügige Entwicklung zu einem attraktiven und standardisierten Riester-Produkt sicherzustellen.

 

Reformpause verheerend für Alterssicherung

 

Der BdV zeigt sich enttäuscht, dass die eventuelle Große Koalition offensichtlich den privaten Altersvorsorgegedanken bereits abgeschrieben hat. Stattdessen sollen ein Kartell aus Politik und Versicherungswirtschaft Lösungen erarbeiten – ausgerechnet jene Player, die damit bereits in der Vergangenheit gescheitert sind. „Die selbst verordnete Reformpause ist verheerend für die Alterssicherung in Deutschland“, so Boss in ihrem Resümee.

Foto: PIXABAY/ WiR_Freebies