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Brexit wird (in 24 Monaten) Realität

Finanzen, Texte, Versicherungen

Nachdem Großbritanniens EU-Botschafter der Europäischen Union ihren sechseitigen Austrittsantrag überreicht hat, rückt der Brexit immer näher.

Aber vor Ablauf der nun folgenden zwei Jahre bleibt europäisches Recht bestehen. Vielleicht auch darüber hinaus – wenn die EU-Mitgliedstaaten nicht vorher einstimmig eine Fristverlängerung vereinbaren.

Krankenversicherung weiterhin gültig

Besonders für gesetzlich versicherte Touristen, entsandte Arbeitnehmer, Rentner und Studierende ändert sich versicherungsrechtlich bis auf Weiteres überhaupt nichts. Die EU-Versichertenkarte genießt noch uneingeschränkte Geltung. Wie der GKV-Spitzenverband erläuterte, können sich alle deutschen Mitglieder gesetzlicher Krankenversicherungskarten mit ihrer europäischen Krankenversicherungskarte (Rückseite der elektronischen Gesundheitskarte) weiterhin bei allen britischen Ärzten und Krankenhäuser behandeln lassen.

Briten hoffen auf transatlantische Wirtschaftsverlagerung

Derweil befürchten deutsche Ökonomen durch den Brexit große schädliche Auswirkungen auf die britische Wirtschaft. Insbesondere würde im kommenden Jahr das Wirtschaftswachstum spürbar gedämpft. Bisher ist für 2017 und 2018 eine Zunahme des britischen Bruttoinlandsprodukts von jeweils 1,3 Prozent prognostiziert worden – ohne die negativen Effekte, die durch den Brexit erwartet werden. Die Verluste im Wirtschaftsaustausch der EU durch den Brexit werden kaum durch einen stärkeren transatlantischen Handel ausgeglichen werden, da dagegen die protektionistischen Ambitionen des US-Präsidenten Donald Trump stehen. Sollte Trump den Briten hingegen einen „Brexit-Bonus“ einräumen, würde sich der britischen Außenhandel lediglich verlagern.

Deutsche Ökonomen fordern Freihandelsabkommen nach Brexit

Der Präsident des Ifo-Wirtschaftsinstituts, Clemens Fuest, fordert hingegen auch nach 2019 eine großzügige Übergangsfrist, um die künftigen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Großbritannien und den europäischen Mitgliedsstaaten „kooperativ“ zu verhandeln und aufkommende Unsicherheiten zu verringern. Sonst würden für Unternehmen beiderseits des Kanals erhebliche Kosten drohen. Insbesondere Deutschland hätte ein großes Interesse daran, daß am Ende solcher Verhandlungen ein umfassendes Freihandelsabkommen für Güter und Dienstleistungen steht. Ansonsten würde Deutschland ein Hauptverlierer des Brexit werden.

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