BU-Alternative der privaten Unfallversicherung

Verunsicherungen und Unklarheiten bestehen auf der Verbraucherseite beim Thema der Unfallversicherungen. Insbesondere, ob überhaupt und wann derartige Versicherungen nötig sind.

Das Handelsblatt hat nun eine Studie zu privaten Unfallversicherungen in Auftrag gegeben und ist auf deutliche Unterschiede gestoßen.

Freizeit ist gefährlich

In Privathaushalten kommt es fast dreimal so oft zu tödlichen Unfällen, wie im Straßenverkehr. Oft sind dabei Stürze die Ursache. Aber auch sonst ist es während der Freizeit gefährlich. Schwere Verletzungen kann man sich beim Sport zufügen, beim Fahrradfahren und Reiten. Der Sommer birgt Gefahren durch Insektenstiche, bei kleineren Verletzungen drohen Entzündungen und Infektionen. Schäden, die eine gesetzliche Unfallversicherung nicht interessiert.

Absicherung zwischen Invalidität und Tod

Für alle Unfälle in der Freizeit ist die private Unfallversicherung zuständig. Die reguliert nämlich, wenn bleibende Gesundheitsschäden als Folge schwerer Unfälle zurückbleiben. Sollte aus Zwischenfälle eine Invalidität entstehen, wird der Versicherer durch Zahlung einer einmaligen hohen Summe für eine erste finanzielle Hilfe sorgen. Vorgesehen ist diese Zahlung, um Einkommensverluste abzufangen, um das private Umfeld barrierefrei gestalten zu können oder um den täglichen Mehraufwand finanzieren zu können. Auch im Todesfall kann der Versicherer den Angehörigen eine festgelegte Summe auszahlen.

Unfallversicherung sollte zu Freizeitaktivitäten passen

Allerdings handelt es sich um eine optionale Absicherung. Wer durch einen Unfall die Fähigkeit verliert, seinen Beruf auszuüben, ist vermutlich mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung besser abgesichert. Wenn jedoch, zum Beispiel aufgrund von Vorerkrankungen, keine Versicherung bereit ist, die Berufsunfähigkeit abzusichern, ist eventuell die private Unfallversicherung eine Alternative. Oder auch für Freizeitsportler, die eine besondere Risikosportart wie Sporttauchen, Snowboarden oder Fallschirmspringen betreiben – allerdings sollte vor Vertragsabschluss geprüft werden, ob die Unfallversicherung diese bestimmten Aktivitäten auch mitversichert.

Kompetente Beratung führt zur optimalen Absicherung

Für Verbraucher mit geringen Versicherungskenntnissen ist es nicht einfach, die passende Unfallversicherung zu finden. Viele Versicherer unterscheiden sich hinsichtlich der Zusatzleistungen und vorliegenden Konzepten. Andere sparen an den Zusatzleistungen und bieten stattdessen eine hohe Versicherungssumme. Versicherte sollen sich vor allem nicht durch eine hohe Progression blenden lassen: Ab einer Invalidität von 25 Prozent erhöht sich durch Progression von 500 Prozent die Grundsumme von (beispielsweise) 100.000 Euro auf ausgezahlte 500.000 Euro. Oft lockt so eine hohe Progression, auch günstige Policen mit sehr niedriger Grundsumme abzuschließen. Doch enorme Nachteile drohen, wenn es dann zu einem Schadensfall mit Invaliditätsgrenze unter 25 Prozent kommt. Hier kann nur ein kompetenter Makler oder Vermittler beraten.

Eher wenige Spitzenreiter

Bei der Handelsblatt-Studie, die von Analysten des Hauses Franke und Bornberg durchgeführt wurden und für die alle privaten Unfallversicherungen auf dem Markt getestet wurden, erhielten lediglich 13 Produkte die Note „sehr gut“. Spitzenreiter waren Policen der Hanse Merkur, Volkswohl Bund und der Helvetia. Als besonders schlecht bewertet wurde die „Exklusivabdeckung“ der BGV-Versicherung sowie die „Unfallversicherung Spezial“ der Öffentlichen Sachversicherung Braunschweig, die allerdings zu den wenigen Unfallversicherungen gehört, bei deren Abschluss keine Gesundheitsfragen gestellt werden – und die sich deshalb besonders als Alternative zur Absicherung der Berufsunfähigkeit für Menschen mit Vorerkrankungen anbieten.

jphintze

... verfasst journalistische und literarische Stoffe, fotografiert und ist als Schauspieler/ Sprecher tätig. Geboren 1971 in Schleswig-Holstein, aufgewachsen und fest verwurzelt in Lübeck.

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