Die sieben häufigsten Selbstblockaden in Job und Karriere

Zu den größten Karrieregefahren im Berufsalltag gehören Selbstblockaden, die sich gegen die eigenen Potentiale stemmen. Petra Bock, die zu Deutschlands Top-Coaches gehört, hat sich mit diesen „Mindfucks“ im Job beschäftigt und dazu ein Buch verfasst.

Der plakative Begriff „Mindfuck“ wurde vom amerikanischen Schriftsteller und Philosophen Robert Anton Wilson geprägt und meint eigentlich nicht mehr als eine simulierte Realität.
Etabliert wurde dieser Begriff als eine zweite Ebene in der Kunst, auf der sich neue, manchmal entgegengesetzte Interpretationsebenen etablieren.
Wenn der eigene Geist verhindert, produktive Ziele im Beruf zu erreichen, steckt vielfach wesentlich mehr dahinter, als nur der „innere Schweinehund“. Petra Bock beschäftigt sich mit diesen Produktivitätshemmern und widmet ihr viertes Buch zum Thema „Selbstblockade“ den Mindfucks im Beruf. Dabei konnte sie auf viele Beispiele aus ihrem Coaching-Alltag zurück greifen. Kombiniert mit Methoden der Transaktionsanalyse lernt der Leser nicht nur, seine eigenen Mindfucks zu erkenne und zu deuten, sondern auch gegen diese zu interagieren. Weshalb Mindfucks gerade im Berufsalltag hinderlich sind, leuchtet dabei ein: Es gibt kaum größere Karrierebremsen, als das eigene Ego. Doch was ist überhaupt ein „Mindfuck“? Petra Bock definiert diese als Gedankenmuster, die mental und emotional blockieren und uns dabei ständig in einer Art Parallelwelt versuchen abzulenken. Der Autorin geht es jedoch nicht nur um die persönlichen Selbstblockaden, sondern auch um die Auslöser der vielfach menschenunfreundlichen Strukturen der Arbeitswelt mit ihren zweifelhaften Mechanismen. Denn vielfach begünstigt das Klima der Führungsetagen die Entstehung lästiger Parallelwelten. Wenn Vorgesetzte vergessen, ihre Mitarbeiter als Erwachsene auf Augenhöhe zu begegnen, bleibt vielen nichts anderes übrig, als sich abzulenken und mit Mindfucks zu blockieren.

Die wichtigsten sieben „Mindfucks“

Die wichtigsten „Mindfucks“ werden von Petra Bock in sieben Punkten definiert. Alle drehen sich um innere Dialoge, die schließlich zur Selbstsabotage führen müssen:

  • Katastrophen-Mindfuck – Wenn die Vorstellung vom eigenen Versagen überwiegt und die Angst, Fehler zu machen oder zu scheitern, aufhält. Wer aber immer vom Schlimmsten ausgeht, wird sich schnell in eingefahrene Strukturen wiederfinden und niemals ein Wagnis eingehen.
  • Selbstverleugnungs-Mindfuck -Die Angst, im Job stets zurück zu stecken und anderen immer den Vortritt zu lassen. Wie geht es der Kollegin? Was denkt der Chef? Übertriebene Empathie und Rücksicht auf andere führt zu verpassten Chancen und dem Verlust der Selbstachtung. Ein Mindfuck, der besonders Frauen im Beruf blockt.
  • Bewertungs-Mindfuck – Hier gilt nur ein Maßstab: die eigene Perfektion; wurde die Aufgabe effektiv genug gelöst, verbirgt sich vielleicht doch noch irgendwo ein Fehler? Ein großer Teil der Arbeitszeit wird damit verbracht, sich mit anderen zu vergleichen, was zu Dauerfrust und Unzufriedenheit führen muss. Ein Mindfuck, unter dem nach Ansicht der Autorin die meisten Arbeitnehmer in Deutschland leiden.
  • Druckmacher-Mindfuck – Dabei ist nur Konzentration möglich, wenn die Deadline naht. Die Betroffenen sorgen selbst für Stress, in dem sie sich mit engen Zeitvorgaben malträtieren und alle Aufgaben in To-Do-Listen aufschlüsseln – und dabei möglichst viele Aufgaben gleichzeitig erledigen wollen.
  • Regel-Mindfuck – Betroffene unterwerfen sich strengen Regeln, die alle frischen Ideen verdrängen. Dabei sind die meisten unfähig, diese Regeln rational zu hinterfragen. Oft sind jedoch starre Regeln überholt und bremsen als Dogmen jegliche Sachlichkeit aus.
  • Misstrauens-Mindfuck – Tiefes Misstrauen gegen die eigene Person und seine Fähigkeiten – und dem eigenen Umfeld. Von Mitarbeitern, Vorgesetzten, Kunden und Partnern wird ausschließlich das schlechteste erwartet: Ein Mindfuck, der manchmal schon an Paranoia grenzt.
  • Übermotivations-Mindfuck – Ein, auf dem ersten Blick, positiver Mindfuck. Mit Begeisterung stürzen sich die Betroffenen in neue Projekte – um dann nach kurzer Zeit frustriert festzustellen, dass die Glücksgefühle in der alltäglichen Routine immer mehr verblassen. Hohe Erwarten, die der Alltag nicht erfüllen kann, frustrieren schließlich.

Wer jetzt feststellt, von einem (oder gleich mehreren) Mindfucks im Job begleitet zu werden, sollte nicht schockiert sein. Nach Ansicht der Autorin sind Mindfucks völlig normal und gehören zum Berufsalltag. Mehr noch: Wer diese Selbstsabotagen erkennt, kann neue Kräfte freisetzen und ist in der Lage, ein erfülltes Berufsleben zu führen.

Denn diese Probleme liegen im Kopf – und nicht in der Realität. So ist die Selbsterkenntnis der sprichwörtliche Schlüssel, um diese verfluchten Denkmuster los zu werden. So nähert sich die Autorin in vielen Beispielen dem Kern des Problems und beschreibt nachvollziehbare Praxisbeispiele. Allerdings ist das Problem der Selbsterkenntnis die Schwierigkeit, sich aus gewohnten Bahnen zu lösen und neue Wege zu bestreiten. Anhand von Praxisbeispielen versucht die Autorin jedoch, auch diese Hürde ihren Lesern zu nehmen. Sie zeigt, wie man mit gezielten Fragen und Denkanstößen eigene Parallelwelten aufspürt und zu einem Detektiv „in eigener Sache“ wird. Das einzige, was man selbst dazu beitragen sollte: Den Mut zur Selbsthilfe.
So wird „Mindfuck Job“ zu einem besonderen Coaching-Buch zur Selbsthilfe, das 2015 von managementbuch.de mit dem „Trainerbuchpreis des Jahres“ ausgezeichnet.

MINDFUCK JOB von Dr.Petra Bock ist erschienen im
KNAUR Verlag – ISBN 3426655500

jphintze

... verfasst journalistische und literarische Stoffe, fotografiert und ist als Schauspieler/ Sprecher tätig. Geboren 1971 in Schleswig-Holstein, aufgewachsen und fest verwurzelt in Lübeck.

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