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Die TK und der homöopathische Shitstorm

Digitalisierung, Finanzen, soziale Medien, Texte, Versicherungen

Über Sinn und Wirkung homöopathischer Heilmittel lässt sich auch in einem Shitstorm trefflich streiten. Die Masse der Befürworter und Kritiker ist enorm – wie das social-Media-Team der Techniker Krankenkasse jetzt feststellen musste.

Die eher flapsige Antwort der TK auf eine Frage zur wissenschaftlichen Erkenntnis der Wirksamkeit homöopathischer Präparate provozierte einen sogenannten „Shitstorm“.

Im Zweifel: Gegenfrage

Auf die Anfrage eine Nutzers via Twitter an die Techniker Krankenkasse, ob Versicherten wissenschaftliche Studien benannt werden könnten, die eine Wirksamkeit von Homöopathie belegen, konterte der Versicherer mit einer simplen Gegenfrage: Ob der Nutzer eine wissenschaftliche Studie nennen könnte, die eine „Nicht-Wirksamkeit“ von Homöopathie belege. Um mit diesem saloppen Konter geschickt einer interessanten Frage auszuweichen.

Esotherik versus Brillen und Zahnersatz

Denn das eigentliche Problem, welches bisher keine Studie belegen konnte, ist, dass die Wirksamkeit homöopathischer Präparate kaum über eine Placebo-Wirkung hinaus geht. Womit für viele Kritiker die Nicht-Wirksamkeit der Homöopathie bereits belegt ist. Trotzdem übernehmen sehr viele Kassen (wie die Techniker Krankenkasse auch) homöopathische Leistungen. Worüber sich viele Versicherte aufregen, die mit ihren Leistungen solche zweifelhaften Therapien mitfinanzieren müssen. Offensichtlich auch der Fragesteller, der die Antwort der TK als reine Ablenkung auffasst und deshalb die hohe Nachfrage nach Homöopathie als wirklichen Grund vermutet – und ankündigt, in diesem Fall lieber über Brillen sprechen würde. Weitere Nutzer, die es nicht gerechtfertigt finden, alltägliche Dinge wie Brillen und Kontaktlinsen selbst zu zahlen, während vermeintliche „Esoterik“ übernommen würde, kommentierten empört mit.

Veränderung durch Shitstorm Betroffener?

Die Techniker Krankenkasse hält ihren Tweet auf die ursprüngliche Frage mittlerweile auch für etwas verunglückt. Aber das Thema würde auch intern erheblich polarisieren. Nun plant man, mit dem „für diese Leistung Verantwortlichen“ zu sprechen und appelliert Währendessen um Sachlichkeit um Ruhe. Man verweist bis dahin auf den „gesetzlichen Auftrag, besondere Therapieformen“ zu fördern, bzw. anzubieten. Fragt sich nur, ob durch eine digitale Diskussion tatsächlich Leistungen auf den Prüfstand gestellt werden. Denn tatsächlich ist die Homöopathie für manche eine „sanfte Heilung von innen“ – und für andere „keine Therapieform, sondern ein Instrument, um Geld zu verdienen.“

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