E-Health leidet unter Kinderkrankheiten

E-Health leidet unter Kinderkrankheiten


Die Digitalisierung des Gesundheitswesens scheint ins Stocken geraten zu sein. Trotz E-Health-Gesetz und Etablierung der elektronischen Patientenkarte scheint die Entwicklung zwischen hohen Ambitionen und chaotischem Aktionismus festgefahren zu sein.

In den digitalen Prozessen liegen enorme Herausforderungen, denen sich die Verantwortlichen noch zu schleppend widmen.

Zu geringe Mittel und zu starke Bremsen

Trotz unübersehbarer Anstrengungen und innovativen Ideen kommen Studien zu dem Ergebnis, dass viele der sogenannten „First Mover“ zu geringe Anstrengungen unternehmen, sich den notwendigen Veränderungen zu stellen. Es werden zu wenige Mittel den dringenden IT-Investitionen zur Verfügung gestellt. Nach Meinung der pharmazeutischen Zeitung droht Deutschland, die Digitalisierung zu verschlafen. Eine der verursachenden Gründe ist dem überbordenden Datenschutz geschuldet. Datenschützer warnen vor einem überambitionierten Aktionismus und bremsen rasante Ambitionen aus.

Vertrauen der Verbraucher durchaus vorhanden

Sensible Daten, die auf elektronischen Patientenakten, Gesundheitskarten, Notfalldatensätzen und Medikationsplänen gespeichert werden, müssen sorgfältig und sicher vor unberechtigten Zugriffen geschützt werden. Der in Deutschland sehr umfangreiche Datenschutz bremst die Geschwindigkeit der digitalen Entwicklung natürlich aus. Bei der Akzeptanz und bezüglich des Vertrauens der Patienten in neue Technologien sieht es jedoch sehr positiv aus.

Krankenhäuser überwiegend überfordert

So befürworten fast 80 Prozent der deutschen Bevölkerung die elektronische Gesundheitskarte (EGA). Laut einer Umfrage der Techniker Krankenkasse würde ein ganzes Drittel der Befragten die durch Gesundheits-Apps und Wearables erhobenen Daten ihrer Krankenversicherung übermitteln und für weitere Auswertungen zur Verfügung stellen. Die Verbraucher scheinen also für weitreichende Veränderungen bereit zu sein. Ganz anders sehen die Herausforderungen aus, denen sich deutsche Krankenhäuser konfrontiert sehen. Langfristiges Ziel bis etwa 2020 ist die komplette Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesen, um alle Akteure auf dem Gesundheitsmarkt zu vernetzen und die Patienten optimaler, sicherer und schneller zu versorgen.

Digitalisierung ist für viele Belegärzte noch Science-Fiction

Dazu werden ungebrochene Informationsflüsse benötigt, die einerseits auf sicheren IT-Infrastrukturen sowie auf vereinfachten Verwaltungsabläufen basiert. Allerdings stockt dies Vorhaben bereits an der Versorgungsbasis, in den Praxen der Belegärzte: Über 40 Prozent aller Krankenhausärzte erfassen die Daten ihrer Patienten immer noch Analog. Und für viele Mediziner sind elektronische Arztbriefe (eArztbriefe), digitale Patientenakten und Medikationspläne immer noch eine Art ferne Science-Fiction. Da wird es schwierig, bis 2018 eine flächendeckende Telematik-Infrastruktur zu schaffen. Von weitreichenden digitalen Dienstleistungen wie Online-Sprechstunden lässt sich dabei nur träumen.

Digitale Kinderkrankheiten als Herausforderung erkennen

Dennoch bereiten sich zahlreiche Kliniken intensiv auf ein erhöhtes Scan-Aufkommen, auf effizientere Dokumentenworkflows und dem schnellen Datenaustausch mit Laboren und Versicherungen vor. Viele haben nämlich die großen Umsatzpotenziale, über die das E-Health-Gesetz verfügt, durchaus erkannt. Standortvorteile verspricht jetzt nur noch das Tempo, mit denen die Marktteilnehmer die Herausforderungen sensibler Informationen und durch die Verwaltung enormer Datenvolumen meistern.

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jphintze

... verfasst journalistische und literarische Stoffe, fotografiert und ist als Schauspieler/ Sprecher tätig. Geboren 1971 in Schleswig-Holstein, aufgewachsen und fest verwurzelt in Lübeck.

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