VERSICHERUNG

Assekuranzen und Insurtechs

Engagement für Klimaschutz

Der französische AXA-Konzern will den Bau von Kohlekraftwerken nicht mehr versichern. Ziel wären jetzt klimafreundliche Investitionen

 

Bis 2020 will AXA rund 12 Milliarden Euro in „grüne Investitionsobjekte“ anlegen. Ein ehrgeiziges Ziel.

 

12 Milliarden für grüne Investitionen

 

Bereits im April verkündete der Versicherungskonzern anlässlich einer Hauptversammlung, seine Geschäfte mit der klimaschädlichen Kohleindustrie weiter einzuschränken zu wollen und zu seinem „Kohle-Divestment“ vom Mai 2015 auch weiterhin zu stehen. Damit schloss der Konzern aus, Investitionen bei Energieversorgern und Bergbaukonzernen zu tätigen, die mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Kohlesektor erwirtschaften. Bis 2020 sollen hingegen 12 Milliarden Dollar in „grüne Investitionsobjekte“ investiert werden. Bisher war hier lediglich ein Investitionsvolumen von 3 Milliarden Euro geplant.

 

Divestment-Wettbewerb ist aktiver Klimaschutz

 

Die AXA befindet sich damit gemeinsam mit dem Konkurrenten Allianz in einer Art Divestment-Wettkampf. Auch die Allianz kündigte Ende 2015 eine Kohle-Divestment ab und erklärte seinerseits, Kohlefirmen mit einem wirtschaftlichen Schwellenwert von 30 Prozent von Investitionen auszuschließen. Die französische Umweltorganisation „Les Amis de la Terre“ begrüßt und kritisiert diese Entscheidung. Grundsätzlich ein richtiger Schritt, aber dennoch bleiben auch bei einem Schwellenwert von 50 Prozent genug Kohlekonzerne, mit denen Geschäfte zu machen sind.
Auch Geschäfte mit Firmen, die neue Kohlekraftwerke bauen, sollten sofort eingestellt werden, so eine Sprecherin der Umweltorganisation in Paris.

 

Weiterhin verlässlicher Partner der fossilen Industrie

 

Eine gemeinsame Studie von sechs europäischen Umweltorganisationen belegt hingegen die grundsätzlichen Verknüpfungen europäischer Versicherungskonzerne mit der fossilen Industrie. Die Einbindung von Konzernen und Investoren für den Klimaschutz war Kernintention des „One Planet Summit“ in Boulogne-Billancourt bei Paris, zu dem der französische Ministerpräsident Emmanuel Macron eingeladen hatte.