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Erpressungsschutz künftig auch in deutschen Versicherungen

Cyberkriminalität, Digitalisierung, Finanzen, Innovationen, Sicherheit, Texte, Versicherungen

Künftig dürfen Versicherer Produkte anbieten, die das Erpressungsrisiko abdecken. Außerdem darf für solche Produkte geworben werden.

Beides war bisher verboten.

Die bisherige Befürchtung war, dass besonders durch Lösegeldversicherungen Täter erst motiviert werden könnten, entsprechenden Taten auszuführen – schließlich wäre die Lösegeldbeschaffung durch eine Versicherung eine sichere Sache. Nach Gesprächen mit Fachleuten des Bundeskriminalamtes (BKA) hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (Bafin) nun ihre Meinung geändert. Es bestehen keine Befürchtungen mehr, dass durch bestimmte Versicherungen ein kriminelles Risiko wachsen würde.

Auch als Versicherungs-Addon

Laut Bafin darf der Erpressungsschutz nicht nur als eigenständige Versicherung zu einem Vertriebsschlager werden, sondern darf künftig auch an Produkte wie der Hausrat- oder Reiseversicherung gekoppelt werden. Einzelheiten soll die Bundesanstalt durch ein Rundschreiben bekannt geben. Die Gesetzesänderung wird von den Versicherern durchgängig geprüft. Die AXA-Versicherungen in Köln wollen den Erpressungsschutz zeitnah in der hauseigenen Produktentwicklung berücksichtigen.

Erpressungen bei Cyberkriminalität sehr aktuell

Das Thema Erpressung spielt im Augenblick besonders im Bereich der Cyberkriminalität eine größere Rolle. So werden häufig IT-Systeme durch sogenannte Erpressungstrojaner korrumpiert. Diese kleinen Schadprogramme werden als wichtige PDF-Dokumente oder Rechnungen über getarnte Mailanlagen unbeabsichtigt aktiviert, verschlüsseln die Daten des PC und des angebundenen Netzwerks und sollen erst wieder entschlüsselt werden, wenn über digitale Zahlungswege ein Lösegeld gezahlt wurde. Häufig lassen sich jedoch die Daten nicht mehr entschlüsseln und das Geld wurde umsonst gezahlt.

Bei Cyberversicherungen derzeit noch großes Chaos

Auf entsprechende Versicherungen können sich Nutzer derzeit leider noch nicht verlassen. Auf dem Privatkundenmarkt für Cyberversicherungen besteht derzeit ein verwirrendes Durcheinander. Keine der aktuellen Cyberversicherungen reguliert Fremdschäden, die bei der Übermittlung von Daten per Internet durch Virenangriffe oder Schadsoftware entstehen können. So wichtig wie ein sinnvoller Versicherungsschutz ist eine angemessene Prävention. So kann das Risiko schwerwiegender IT-Angriffe durch ständige Updates und tägliche Datenbackups gemindert werden. Auch sollten regelmäßige Sicherheitsschulungen über Cyberrisiken und weiteren Gefahren im Internet nicht vernachlässigt werden.

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