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Erste Versicherer für Bitcoin-Anleger

Cyberkriminalität, Digitalisierung, eCommerce, Finanzen, FinTechs, Sicherheit

Kryptowährungen wie der Bitcoin verfügen über Gewinnpotential mit hohen Verlustrisiken. Erste Versicherer entwickeln Kryptopolicen zur Absicherung dieser Risiken.

Ein Neuland mit unkalkulierbaren Risiken für die Assekuranzen.

Derzeit noch Entwicklungsphase

Wie das Handelsblatt berichtete, erproben bereits die ersten Versicherungen Policen für Anleger, die in Kryptowährungen investieren. So würde sich die Versicherungsgesellschaft AIG bereits seit 2014 mit derartigen Versicherungen beschäftigen. Allerdings würden sich die Gesellschaften noch in der Entwicklungsphase befinden. Weltweit beschäftigen sich bereits die US-Versicherer XL Catlin, Chibb sowie der japanische Versicherungskonzern Mitsui Sumitomo mit dieser Thematik.

1.500 Kryptowährungen auf dem Markt

Obwohl das Thema der Kryptowährungen aktuell eher umstritten ist und sich eher in der Zukunft hier ein solides Investitionsmodell entwickeln könnte, erkennen bereits jetzt Versicherungsgesellschaften Handlungsbedarf. Aufgrund der fälschungssicheren und flexiblen Blockchain-Technologie wird erwartet, dass Kryptowährungen langfristig eine Alternative zu etablierten Zahlungsmitteln werden. Weltweit gibt es bereits jetzt rund 1.500 verschiedene Kryptowährungen mit einem Marktwert von etwa 460 Milliarden US-Dollar.

Hackerdiebstähle trotz Fälschungssicherheit

Gegenwärtig warnen jedoch Fachleute vor Anlagen in Kryptowährungen wie dem Bitcoin. Zurzeit handelt es sich dabei um eine spekulative Anlageform und nicht um eine stabile Wertanlage. Kritiker bekommen durch den Kurssturz der vergangenen Wochen recht: Der Bitcoin fiel von seinem Höchststand im Dezember mit 20.000 Dollar am vergangenen Dienstag auf unter 6.000 Dollar. Und trotz vermeintlicher Fälschungssicherheit ist es Hackern gelungen, Bitcoins im Wert mehrerer Milliarden Dollar zu stehlen. Zuletzt beklagte die slowenische Handelsplattform „Nice Hash“ den Verlust von 4.800 Bitcoins. Nach einer Studie des renommierten Informatik-Professors Tyler Moore von der Universität von Tulsa, Oklahoma, wurden seit der Bitcoin-Erfindung im Jahre 2009 rund ein Drittel aller Handelsplattformen für Kryptowährungen von Kriminellen gehackt.

Risiken nicht einschätzbar

Die Risiken bei der Absicherung von Kryptowährungen sind deshalb für Versicherer kaum einzuschätzen. Insbesondere fehlen Erfahrungen und statistische Daten, wie sich das Risiko eines Diebstahls in eine Versicherungsprämie übertragen werden könnte. Schwer kalkulierbar, weil sich die Anbietern entsprechender Handelsplattformen nur ungern hinter die Kulissen schauen lassen. Von den grundsätzlich unseriösen Anbietern auf dem unübersichtlichen Markt der Blockchain-Lösungen ganz zu schweigen.

Realistische Bitcoin-Policen erst nach Marktbereinigung

Laut amerikanischen Cyber-Experten ist deshalb zu aller erst wichtig, seriöse von unseriösen Kryptoanbietern zu trennen. Erst dann ist es möglich, seriöse Versicherungslösungen für Plattformen und gewerblichen wie privaten Anlegern zu trennen. Wichtigstes Element auf dem Weg zu abgesicherten Märkten ist die Transparenz. Wer nur zögerlich Informationen liefert oder gar wichtige Fragen verweigert, erhält keine Police.

Foto: PIXABAY

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