Erstes deutsches Fintech mit Versicherungslizenz

Erstes deutsches Fintech mit Versicherungslizenz


Bei einigen erschien es wie eine Drohung, bei anderen als Utopie. Doch jetzt macht es das erste Fintech wahr und startet ein eigenes Versicherungsunternehmen mit BaFin-Lizenz.

„Element“ zielt jedoch nicht auf Privatpersonen, sondern bietet nach Eigenangaben Infrastrukturen für die Versicherungsbranche.

„Element“ wartet auf Versicherungslizenz

Bereits vor Monaten wurde vom Berliner Fintech-Startup FinLeap der Antrag für eine Sachversicherungslizenz bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) gestellt. Bereits in den folgenden Tagen soll testweise die Website für „Element“ bereits online gehen. Was einige Versicherer als Kriegserklärung auffassen dürften. In Deutschland sind zwar schon länger zahlreiche Insuretechs tätig, hauptsächlich handelt es sich bei Getsafe, Knip oder dem Startup Clark (gehört ebenfalls zu FinLeap) um überwiegende Maklerunternehmen, die sich auf den Vertrieb von Versicherungen konzentrieren. Für das Konzept, Policen und Maklermandate von Kunden digital zu verwalten, alternative Policen zu vermitteln und bei entsprechenden Abschlüssen Provisionen zu kassieren, reicht die Gewerbezulassung. FinLeap wäre mit „Element“ der erste deutsche Insurtech mit BaFin-Lizenz.

Hauptsächlich Sach ohne Kfz

Ein zweiter Fintech-Versicherer steht bereits in den Startlöchern: Das Münchener InsurTech Ottonova bemüht sich als erster digitaler Krankenversicherer um eine eigene Versicherungslizenz. Allerdings will „Elements“ keine bestehenden Versicherungsmodelle kopieren. Zielgruppe des Finleap-Venture sind andere Insurtech-Startups, Versicherer und Makler, die eigene Angebote über „Element“ vertreiben können. Finleap-Geschäftsführer Ramin Niroumand erklärte in einem Gespräch mit dem Handelsblatt sein Konzept: „Man kann teure Mountainbike-Räder leihen, um die Alpen zu überqueren. Aber man kann diese Räder derzeit nicht für eine begrenzte Zeit versichern. Kleine Produkte lohnen sich nicht für Versicherer, mit Element könnte sich das ändern.“
Zum Anfang will man sich auf Sachversicherungen ohne den Kfz-Bereich konzentrieren.

Eigenkapital wohl eher kleineres Problem

Die Hürde, das für die Gründung einer Versicherung nötige Eigenkapital von 10 bis 20 Millionen Euro vorzuweisen, dürfte für die Berliner eher gering sein. Die 2014 gegründete FinLeap konnte innerhalb kurzer Zeit elf Fintechs aufbauen, unter anderem die SolarisBank, die im vergangenen Jahr als erste Fintech eine Banklizenz erteilt bekam und erst vor kurzem eine 26-Millionen-Finanzierung erhielt. Unter anderem gehört zu den FinLeap-Investoren der weltweit größte Rückversicherer Hannover Rück. Für das nötige Know-how soll Wolff Graulich sorgen, ehemaliger AXA-Manager und erster Vorstand von „Element“. Derzeit konzentriere man sich darauf, das Eigenkapital aufzutreiben. Unklar ist nämlich noch, ob sich die Hannover Rück an „Element“ beteiligen wird.

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jphintze

... verfasst journalistische und literarische Stoffe, fotografiert und ist als Schauspieler/ Sprecher tätig. Geboren 1971 in Schleswig-Holstein, aufgewachsen und fest verwurzelt in Lübeck.

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