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Fünf Prognosen für 2018

Meinung, Texte

Ein neues Jahr hat begonnen – und obwohl Prognosen eher schwierig sind, zeichnen sich bereits jetzt die großen Themen der nächsten Monate ab. Grund genug für einen kurzen Ausblick – selbstverständlich ohne Gewähr.

Viele Prognosen bleiben dennoch unberechenbar – wie zum Populismus in Europa oder zu den innerpolitischen Veränderungen in den USA und in China. Aber auch in Deutschland gibt es noch keine Regierung.

Fintechs erhöhen Druck auf Bankhäuser

In Kürze wird durch die Europäische Union die Payment Service Directive 2 in Kraft gesetzt. Fintechs und andere Drittanbieter erhalten (nach Legitimierung durch den Kunden) direkten Kontozugriff und können sogar Überweisungen auslösen. Um dadurch auf neu entstehende Geschäftsmodelle zu reagieren, müssen sich Banken neuen Impulsen öffnen, Kooperationen suchen oder Initiativen anstoßen. Andererseits kann die traditionelle Wertschöpfungskette traditioneller Banken demontiert werden.

Bargeld wird überflüssig

Die Forderung nach Erhalt des Bargelds scheint hauptsächlich an einem Vertrauensbeweis des Staates an seine misstrauischen Bürger verknüpft zu sein. Bargeld bleibt auch wichtig – elektronische Zahlungsmittel werden jedoch immer wichtiger. Kredit-, Debitkarten und Zahlungsmöglichkeiten über Apps werden jedoch immer wichtiger. Auch bei Einzelhändlern spricht sich herum: Wer kein Bargeld kassiert, erspart sich Zeit, Aufwand und Risiken. 2018 wird es sicher auch in Deutschland die ersten Geschäfte geben, die kein Bargeld mehr akzeptieren. Die werden sicher immer mehr – bis das altgediente Bargeld gänzlich überflüssig ist.

Bitcoin & Co. werden kontrolliert und reglementiert

Die europäische und nationale Politik kann Bitcoin und andere Kryptowährungen nicht mehr länger ignorieren. Trotz Skepsis und leidenschaftlichen Warnrufen werden diese virtuellen Gelder immer beliebter. Eine Popularität, durch die sich Regierungen und Zentralbanken zunehmend bedroht fühlen. Das riesige Kapital, dass durch Investoren und Privatanleger in Kryptowährungen angelegt wurde, sorgt für enormen Druck. Deshalb werden staatlicherseits Verbote folgen: wegen des Konsumentenschutzes, einer Kriminalitäts- und Terrorbekämpfung und, selbstverständlich nicht zuletzt aufgrund der Finanzstabilität.

Jahr der Umstürze

2018 wird zu einem Jahr der Umstürze werden. Nicht nur im Iran brodelt es gesellschaftlich und politisch. In Nordkorea zeichnet sich zunehmend ab, dass Kim Jong-un selbst in seinem unmittelbaren Umkreis isoliert ist. Auch in privilegierten Gesellschaftsschichten wie höheren Militärs ist die zunehmende Mangelversorgung durch verstärkte Embargos spürbar – der politische Rückhalt schwindet, der Ruf nach Veränderung wird lauter. Auch in Deutschland wird die politische Situation immer unklarer. Der Machthunger des Nachwuchses reibt sich immer mehr mit der Handlungsunfähigkeit der Alten. Derzeit suchen sowohl CDU als auch SPD in ihren Reihen krampfhaft nach ernsthaften Alternativen zu Angela Merkel.

Jahr der Krebsforschung

Krebserkrankungen nehmen in der Bevölkerung immer mehr zu – aber auch die Heilungschancen durch genetische Therapiemöglichkeiten. Im vergangenen Jahr hat Novartis in der Schweiz mit der Gentherapie zur Behandlung krebskranker Kinder begonnen, die nun auch auf weitere Krebsarten ausgeweitet werden soll. Zahlreiche Biotechunternehmen stehen in den Startlöchern. Allerdings bestehen dadurch nicht nur neue medizinische Möglichkeiten – auch neue Kostenmodelle müssten für diese hochpreisige Medizin entwickelt werden.

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