Im Sog des kritischen Populismus – Teil 1: Edward Snowden


Wir leben im Zeitalter der Meinungspopulisten. Neben dem Terrorismus ist diese Art des Extremismus der größte Feind der freien Welt: Ob es um TTIP und CETA, um Snowden oder Putin geht.

Über die Deutungshoheiten verfügen meist die totalitären Demagogen, die alle Klaviaturen neuer und vor allem sozialer Medienperfekt beherrschen. Als Argument mit Beweiskraft wird dabei die vermeintliche Mehrheit der Massen angeführt. Da helfen weder Fakten noch Medizin.

Vom ordinären Verbrecher zum Säulenheiligen

Edward Snowden – eine Ikone der Lüge

Georg Blume meint in DER ZEIT, dass es endlich Zeit sei, Oliver Stones Film Snowden in den Kinos zu zeigen.
Snowden ist als vermeintlicher Whistleblower vor drei Jahren als Mitarbeiter des NSA über Hongkong zu den Russen übergelaufen und lebt seitdem im „Exil“ in Moskau. Mittels linker Aktivisten gelang ihm im Internetzeitalter, was zuvor niemand fertig gebracht hat: die öffentliche Meinung der Massen derart zu manipulieren, dass dieser von einem ordinären Verräter, der nachweisbar tausende Mitarbeiter und Soldaten in Lebensgefahr gebracht hatte, öffentlich als ein „Held“ wahrgenommen wird. Der nachrichtendienstliche Überläufer wandelte sich in der öffentlichen Meinung zu einem engagiertern Kritiker nachrichtendienstlicher Methodiken, der, von seinem Gewissen gedrängt, der Weltöffentlichkeit vermeintliche „Mißstände“ und „Skandale“ vorlegte. Eine Glanzleistung, die seit dem biblischen Saulus keiner fertig brachte.

Physik als Basis demagogischen Populismus

Grenzüberschreitende Paranoia: Protester in Hongkong

Mittlerweile ist Snowden zu einem Säulenheiligen und Postar geworden, der (wie es scheint) nicht einmal von Fakten und Beweisen gestürzt werden  kann, denn seine Anhänger brüllen selbst die offensichtlichsten und klarsten Gegenargumente einfach nieder.
„Massenüberwachung“ ist das Stichwort, welches die vermeintlich „kritischen“ Massen in die kollektive Paranoia treibt. Ein Code, der wie vor Jahrzehnten das Stichwort „Peace“ die Popkultur bestimmt und die Geschichte nachhaltig verfälscht.
Der schriftstellernde Journalist Tom Hillenbrand beispielsweise ist überzeugt davon, dass die „Geheimdienste“ bald vorhersagen werden, welche Bürger kriminell werden – und diese dann aus dem Verkehr ziehen, ehe es überhaupt zu Straftaten gekommen ist. Dass tatsächlich die Strafverfolgung überhaupt nicht zu den Ressorts der Geheimdienste gehört, ist an dieser Behauptung noch eine ausgemachte Nebensächlichkeit. Sein fiktiver Krimi rechtfertigt sich aus hinlänglichen Gerüchten, fälschlicherweise „Fakten“, die die Masse eben weiß.
Denn „seit Whistleblower Edward Snowden, dem früheren US-Geheimagenten weiß man, wie flächendeckend wir alle überwacht werden“, so eine Zeitung in der Schweiz.
Dass die Kapazitäten aller Nachrichtendienste dieser Erde zusammengenommen nicht annähernd „uns alle“ zu überwachen in der Lage sind und dabei auch überhaupt kein Interesse haben, die Privatsphäre ordinärer Bürger auszuspähen oder gar zu archivieren, ist eine Tatsache, die diese Psychodissidenten nicht im Ansatz gelten lassen.
Fazit: Totale Sicherheit kann es nicht geben – deshalb lasst uns die Nachrichtendiensten gleich komplett abschalten. Wer sich diesem Wahn mit sachlichen Fakten entgegenstellt, kann schließlich für dumm erklärt werden. Nur die Doofen wollen es nicht glauben, denn sie sind nicht in der Lage, das „Selbstverständnis der Überwachung“ wissenschaftlich zu erfassen. Wer sich nämlich mit der Prädikation des menschlichen Verhaltens beschäftigt, wie der britische Physiker Stephen Wolfram, weiß, dass jegliches menschliche Handeln vorhersehbarer und leichter zu durchschauen ist, als Elemtarteilchen.

Eine Lüge ist eine Lüge ist eine Lüge

Diese linkspopulistischen Anführer der paranoiden Bewegung interessieren sich (vor allem in Deutschland) nicht dafür, was das US-Repräsentantenhaus vom ehemaligen Angestellten der NSA Edward Snowden hält. Sowohl Abgeordnete der Republikaner als auch der Demokraten halten ihn nicht für einen „Whistleblower“, sondern für einen verärgerten Angestellten, der häufig Streit mit seinen Vorgesetzten hatte und der häufig einen ziemlich verwirrten Eindruck machte. Ein Träumer, wohl bereits als Kind zuviel James-Bond-Filme sah und immer von der „ganz grossen Nummer“ träumte. Der, anstatt sich tatsächlich mit möglicherweise vorhandenen Missständen an die Geheimdienstaufsicht der US-Regierung zu wenden, bereits frühzeitig über twitter oder andere soziale und virtuelle Kanäle Kontakt zu europäischen Linksaktivisten aufnahm; namentlich in Großbritannien und Deutschland.
Vermutlich über diese Kanäle entstand ein indirekter Kontakt zu russischen Offiziellen.
Dort durchschauten die Verantwortlichen jedoch schnell, dass es sich bei dem Amerikaner nicht um einen angeblich „hochrangigen Geheimdienstmitarbeiter“ handelte, sondern lediglich um einen untergeordneten Computertechniker – der allerdings aufgrund seiner Systembefugnisse Zugang zu zahlreichen Geheimdokumenten hatte. Aber man wollte ihn in Moskau abschöpfen und so musste er liefern – seine spätere Angabe, die gestohlenen 1,5 Millionen Dokumente hätte niemand zu Gesicht bekommen, stellte sich ebenfalls als eine einzige Lüge dar: Der stellvertretende Vorsitzende des Verteidigungsausschusses der russischen Duma gab öffentlich zu, dass die russische Regierung „selbstverständlich“ alle Dokumente eingesehen und analysiert hat.

Man liebt den Verrat – aber hasst den Verräter!

Mittlerweile weiß man, dass Edward Snowden von Heimweh geplagt wird und sogar Präsident Obama um Begnadigung gebeten haben soll. In den USA drohen dem Überläufer nach einem ordentlichen Prozess bis zu 30 Jahren Haft. Ob er diese Strafe antreten wird, ist fraglich. Die Russen werden sicherlich kaum Interesse daran haben, dass Plaudertasche Snowden die genauen Hintergründe seines Plots zuhause ausplaudert.
Eine Flucht ist ebenso abwegig; schliesslich kann Snowden sich in Moskau nicht so flexibel wie in der freien Welt bewegen. Naheliegend wäre irgendwann deshalb die Meldung, dass Snowden auf irgendeiner Art verunglückte oder sich ungeschickt vergiftet hat.
Some Things happen somehow.

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jphintze

... verfasst journalistische und literarische Stoffe, fotografiert und ist als Schauspieler/ Sprecher tätig. Geboren 1971 in Schleswig-Holstein, aufgewachsen und fest verwurzelt in Lübeck.

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