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Justiz und Gesetze

Immer diese Brückentage

Das Jahr 2018 verfügt über mehr Brückentage als andere Jahre. Wer seinen Urlaub weise plant, erhält mehr „gefühlte“ Freizeit. Was mehr Stress für alle die bedeutet, die keinen Urlaub zwischen den Feiertagen einplanen können.

 

Als Brückentage werden Arbeitstage bezeichnet, die zwischen Feiertagen und Wochenende liegen und sich deshalb ideal für kurze Urlaube eignen.

 

Brückentage können auch Stress bedeuten

 

So lassen sich in diesem Jahr mit einem Einsatz von 32 Urlaubstagen ganze 70 freie Tage planen. Deshalb sind diese Brückentage bei Arbeitnehmern auch so beliebt – mit wenigen Tagen des Jahresurlaubs lassen sich viele freie Tage „am Stück“ reservieren. Leidtragende sind alle Kollegen, die entweder keine Urlaubstage zur Verfügung haben, aufgrund von Probezeiten oder anderen Umständen sich keinen Urlaub nehmen können oder aus anderen Gründen zwischen den Brückentagen arbeiten müssen. Besonders die Monate April, Mai und Juni können dann für diese Mitarbeiter besonders stressig werden.

 

Des einen Freud…

 

Wenn dann auch noch viele Kollegen das System der Brückentage durchschauen und schnell ihre Urlaubsansprüche anmelden, kann der Betrieb dann leicht unter Personalknappheit leiden. Werden auch noch andere krank, wird sehr viel Arbeit auf dem Rücken der verbliebenen Mitarbeiter geschultert.

Nicht selten kommt es deshalb in manchen Betrieben sogar zu Streit. Grundsätzlich besteht auch kein Anspruch auf Urlaub zwischen Brückentagen und Wochenenden. Wurde jedoch bereits Urlaub gewährt, ist es schwierig, diesen kurzfristig wieder zu streichen. Aber wer seinen Antrag zu spät einreicht, weil er von den Brückentagen „überrascht“ wurde, geht nicht selten leer aus: Wenn nämlich zu viele Kollegen ihren Urlaub vorher eingereicht haben, bestehen gute betriebliche Gründe, nachfolgende Urlaubsanträge abzulehnen.

 

Urlaub frühzeitig planen

 

Allerdings ist es schon im Interesse der Gesetz- und Arbeitgeber, Urlaub an Brückentagen zu gewähren. So heißt es im Bundesurlaubsgesetz, dass grundsätzlich Urlaub immer zusammenhängend gewährt werden soll. Schließlich kommt es auch der Leistung des Arbeitnehmers zugute, wenn dieser sich wenigstens einmal im Jahr während einer längeren Urlaubsphase erholt. Und prinzipiell entscheidet der Arbeitnehmer, wann er seinen Urlaub nimmt. Berücksichtigt werden jedoch „dringende betriebliche Belange“, dazu gehören eben auch die Urlaubswünsche von Arbeitnehmern, deren soziale Bedürfnisse Vorrang genießen. Ledige Arbeitnehmer haben deshalb hinter Familienmütter und -väter zurückzustehen.

In manchen Betrieben gibt es deshalb interne Regelungen, die Urlaubsmöglichkeiten an Brückentagen gerecht auf die gesamte Belegschaft zu verteilen. Faire Regelungen können zu Gerechtigkeit führen – ansonsten gilt: Wer zuerst einreicht, erholt sich zuerst.

Abschaffen lassen sich die Brückentage übrigens nicht – dann müsste man schon die Feiertage auflösen. Und im Gespräch sind eher mehr Feiertage, als weniger…