VERSICHERUNG

Assekuranz und Insurtechs

Nur wenige Versicherte profitieren von Mehreinnahmen

Über 2,5 Milliarden betragen die Mehreinnahmen, die gesetzliche Krankenkassen (GKV) im vergangenen Jahr erwirtschaftet haben. Deren Finanzreserven betragen nunmehr 18,6 Milliarden Euro

 

Doch Spielräume zur Entlastung ihrer Versicherten schöpfen nur die wenigsten Kassen aus.

Derweil hat der Schätzerkreis den durchschnittlichen Zusatzbeitrag in der GKV für das laufende Jahr 2018 auf 1,0 Prozentpunkte festgesetzt. In den vergangenen zwei Jahren waren es noch 1,1 Prozent. Grund für die Senkung des Zusatzbeitrages ist die positive Finanzentwicklung der Krankenkassen durch Mehreinnahmen.

 

Kaum Spielräume für Versicherte

 

Wie bereits Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe betonte, liegt es ausschließlich in der Hand der einzelnen Krankenkassen, Spielräume zu gewähren. Lediglich 19 Körperschaften haben ihre Zusatzbeiträge gesenkt, hauptsächlich regionale Kassen. Größere Bewegungen am Markt blieben aus. Günstigste Versicherung im Bereich der GKV wurde die Metzinger BKK. Am deutlichsten reduzierte die BKK Vital, die seit 1.1. mit der BKK Pfalz vereinigt wurde, ihre Zusatzbeiträge.

 

Angst vor „Beitrags-Jojo“

 

Acht gesetzliche Krankenkassen gaben entgegen des Trends eine Erhöhung ihres Zusatzbeitrages zwischen 0,6 und 0,1 Prozentpunkten bekannt. Und obwohl Beitragssenkungen erwogen wurden, möchten einige Versicherer das Risiko eines „Beitrags-Jojo“ lieber vermeiden und haben deshalb ihre Beiträge auf Vorjahresniveau belassen. Mehreinnahmen würden in „verbesserte Leistungen“ investiert. 14 Krankenkassen halten ihren Gesamtbeitragssatz bei mindestens 16 Prozent. Teuerste Krankenkassen sind nach wie vor die Viactiv Krankenkasse, die Securvita Krankenkasse und die Merck BKK; alle mit jeweils 1,70 Prozent Zusatzbeitrag.