Preise für Medikamente sind 2016 gestiegen

Die Preise für Medikamente sind 2016 wie erwartet gestiegen – und werden künftig wohl weiter steigen. Dennoch verfügen die Krankenkassen über enorme Einsparmöglichkeiten.

Was wie ein Widerspruch erscheint, ist jedoch eine kalkulierbare Verhandlungsgrundlage. Und ein guter Grund für die Versicherer, mit Überschüssen taktisch zu haushalten.

Einsparpotentiale durch Rabattverträge

Laut Berechnungen des Deutschen Apothekenverbandes (DAV), die auf Grundlage der Abrechnungsergebnisse von Apothekenrechenzentren basieren, sind im Jahre 2016 die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) für Arzneimittel auf 3,8 Prozent und insgesamt 34,1 Milliarden Euro angestiegen. Obwohl die Ausgaben für hochpreisige Hepatitis-C-Medikamente gesunken sind, wurden Medikamente wie Immunsuppressiva und für Krebstherapien verstärkt verordnet. Aufgrund der Zunahme rund einer Millionen Neuversicherter in der gesetzlichen Krankenkasse stieg die Anzahl verschriebener Medikamente um 1 Prozent auf 756 Packungen. Die Einsparungen der Krankenkassen durch Rabattverträge betrug in den ersten neun Monaten des Jahres 2016 bereits 2,8 Milliarden Euro und ist für das Gesamtjahr noch nicht abgeschlossen.

GKV-Versicherte werden zunehmen

Nach Angaben des DAV-Vorsitzenden Fritz Becker sind die Arzneimittelausgaben gesetzlicher Krankenkassen in Deutschland nur moderat gestiegen. Von der Zunahme der Zahl der Versicherten und dem Faktor des medizinischen Fortschritts kann auch weiterhin künftig ausgegangen werden. Allerdings können von den Kassen jährlich mehrere Milliarden Euro durch Rabattverträge eingespart werden. Außerdem werden mit den Pharmaherstellern aufgrund des festgestellten Zusatznutzens mancher Medikamente angemessene Preise verhandelt.

jphintze

... verfasst journalistische und literarische Stoffe, fotografiert und ist als Schauspieler/ Sprecher tätig. Geboren 1971 in Schleswig-Holstein, aufgewachsen und fest verwurzelt in Lübeck.

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Hannes iClaut
Gast

Hauptsächlich sind die Medikamente so teuer, weil es sich beim Pharma-Kartell um eine mafiöse Struktur handelt.

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