Stärkere Regulierung der FinTechs gefordert

Startups der Finanztechnologie wirbeln die Branche durcheinander. Sie bieten neue Ansichten, Möglichkeiten und erschließen praktisch einen völlig neuen Markt – zum Missfallen der traditionellen Banken, die auf Regulierung drängen.

Für manche der konservativen Banker bauen FinTechs nicht auf Innovationen, die durch Entwicklungen der Digitalisierung neu erschlossen werden können, sondern umgehen durch „Schlupflöcher“ die Kontrolle der Bankenaufsicht.

Forderung stärkerer Regulierung

Eine hilflose Interpretation der neuen Konkurrenz, die flexibler und wesentlich schneller die Strukturen herkömmlicher Banken mit neuen Geschäftsmodellen und IT-Lösungen herausfordert. Die vollmundige Zukunftsprognose, in Jahren Banken gänzlich überflüssig machen zu wollen, wurde in den dortigen Vorstandsetagen als Kriegserklärung interpretiert. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann schoss deshalb anlässlich einer G20-Konferenz in Wiesbaden mit der Forderung zurück, FinTechs künftig stärker zu regulieren.

Risiken des rasanten Wachstums

Weidmann verweist auf Ansichten des Gouverneurs der Bank of England, Mark Carney, der eindringlich vor den Risiken des rasanten Wachstums der FinTech-Branche warnt. „Ein klares Bild der Geschäfte von FinTech-Firmen zu gewinnen ist wesentliche, wenn wir besser verstehen wollen, ob und in welcher Weise FinTechs eine Bedrohung für die Finanzstabilität sein könnten“, so Weidmann in Wiesbaden. Dabei wird allerdings verdrängt, dass FinTech-Startups für traditionelle Banken nicht nur Wettbewerber, sondern auch mögliche Partner sind.

Aufsichtsregeln werden überprüft und hinterfragt

Der britische Banker Carney fordert, dass politische Entscheidungsträger dafür sorgen müssen, dass die Vorteile neuer Technologien größer sind, als die Gefahren. Deshalb würde der Finanzstabilitätsrat FSB der G20-Länder derzeit prüfen, ob die bereits bestehenden Aufsichtsregeln ausreichen, die mit FinTechs verbundenen Risiken angemessen zu erfassen und einzuschätzen. Anlässlich des nächsten G20-Gipfels im Juli will der FSB die Staats- und Regierungschefs der G20-Länder darüber unterrichten.

jphintze

... verfasst journalistische und literarische Stoffe, fotografiert und ist als Schauspieler/ Sprecher tätig. Geboren 1971 in Schleswig-Holstein, aufgewachsen und fest verwurzelt in Lübeck.

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