DIGITALISIERUNG

Blockchain und Insurtechs

Versicherer misstrauen der Blockchain

Blockchain-Entwickler sehen in ihrer Technologie große Chancen, Prozesse kosteneffektiv und sicher zu optimieren. Versicherungs-Manager sind allerdings skeptisch und befürchten Betrugsgefahren, rechtliche Fragen und Vertrauensverluste.

 

Die Skeptiker fordern eine zentrale Kontrollinstanz und fordern weitere Rechtssicherheiten.

Anlässlich eines Symposiums des Gesamtverbandes der versicherungsnehmenden Wirtschaft e.V. (GVNW) im bayerischen Unterschleißheim äußerten Versicherungseinkäufer deutliche Vorbehalte gegen die Blockchain-Technologie. Systeme verteilter Datenbanken würden geradezu die Manipulation von Daten fördern. Würden falsche Informationen erst einmal in der Blockchain gespeichert, könnten sie anschließend nicht mehr korrigiert werden.

 

Kontrollinstanz gefordert

 

Ohne eine zentrale Kontrollinstanz wäre kein geregelter Zugang möglich und keine Vertraulichkeit herzustellen. Schließlich wurde kritisch hinterfragt, weshalb sich Blockchains bei Vertragsabschlüssen bisher nicht durchgesetzt hätten und weshalb immer noch wichtige rechtliche Fragen ungeklärt sind.

 

Veränderung erst durch Blockchain möglich

 

Markus Bassler von der Partner Reinsurance Europe SE verteidigte gemeinsam mit Jens-Daniel Florian von der Marsh GmbH die Blockchain-Technologie und stellten potentielle Vorteile heraus. So seien digitale Veränderungen in der Versicherungsbranche erst durch Blockchain möglich. Durch die hohe Effizienz würden große Kostenvorteile entstehen.

 

Branche bisher zu zögerlich

 

Bereits jetzt gibt es mehrere Beispiele aktiver Blockchain-Anwendungen in der Versicherungsbranche. So testet die AXA Blockchains im Rahmen ihrer Flugausfallversicherung „fizzy„, die Allianz Global Corporate & Speciality SE (AGCS) strukturierte auf Blockchain-Basis ein Captive-Programm. Allerdings beschäftigt sich die Versicherungsbranche allgemein zu zögerlich mit diesem Thema. So würden viele Manager erst mal den Markt beobachten und abwarten, was Mitbewerber planen und unternehmen.

Lediglich drei Prozent aller Befragten einer Umfrage der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers Deutschland (PwC) setzen die Technologie ein. 47 Prozent wollen abwarten und beobachten und rund 27 Prozent der Teilnehmer würden Blockchain erst implementieren, wenn eine umfangreiche Markterprobung erfolgt ist.