Kriminalistik

Prävention, Verbrechen und Aufklärung

Versicherungen: Betrug lohnt sich nicht

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Berliner Novelle
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Angeblich haben rund fünf Prozent aller Versicherungsnehmer schon einmal Versicherungsbetrug begangen. Hauptsächlich geht es dabei um angebliche Schäden von Unterhaltungs- und Haushaltselektronik. Leidtragende sind Privathaftpflicht- und Hausrat-Versicherungen.

 

Rund zehn Prozent der Versicherten gaben an, bereits über Versicherungsbetrug nachgedacht zu haben.

 

Kriminell und meist ohne Erfolg

 

So jedenfalls die Ergebnisse einer aktuellen Statista-Studie. Die meisten Versicherungsbetrüger sind der Meinung, dass es sich um Bagatellen handelt – und das sich auf diesem Wege schnell ein neues Smartphone oder ein größerer Fernseher finanzieren lässt. Die Gothaer-Versicherung macht allerdings darauf aufmerksam, dass eine Neubeschaffung durch Versicherungsbetrug nicht nur kriminell ist, sondern meistens auch nicht funktioniert.

 

Häufig „wirtschaftlicher Totalschaden“

 

Ausschlaggebend für die Regulierung eines Sachschadens ist nämlich immer der Zeitwert des betreffenden Gerätes. Schließlich soll der Versicherte beim Schadenersatz nicht bessergestellt werden – er soll durch die Regulierung nicht mehr, aber auch nicht weniger haben. So geht es nach Schadensmeldung meistens erst mal um die Frage, ob grundsätzlich eine Reparatur möglich ist. Gerade bei technischen Geräten mit teilweise enormen Wertverlusten handelt es sich schnell um einen „wirtschaftlichen Totalschaden“. So bekommt der Versicherungsnehmer von seinem Versicherer nicht selten weniger, als er für ein beschädigtes Gerät im Gebrauchthandel bekommen hätte.

 

Wer betrügt, ist raus!

 

Die Regulierung über eine Haftpflichtversicherung ist auch aus anderen Gründen tückisch. Anders als Hausratversicherer verweigern Haftpflichtversicherer gänzlich oder teilweise Leistungen aufgrund von Fahrlässigkeit. Der Versicherungsnehmer bleibt dann auf seinem Schaden sitzen. Schlimmer ist es jedoch, wenn der Betrugsversuch auffliegt. Der Versicherer kündigt in so einem Fall umgehend den Versicherungsschutz – und ein neuer Vertrag bei einer anderen Gesellschaft ist in diesem Fall so gut wie unmöglich.

 

Betrug ist kein Kavaliersdelikt

 

Geht der angezeigte Versicherungsschaden über den Wert eines Bagatellschadens hinaus, kann sich der Versicherungsbetrüger sicher sein, dass sein fingierter Schadensvorfall der Staatsanwaltschaft gemeldet wird. Dann erfolgt ein Verfahren und möglicherweise eine Verurteilung wegen Betruges, für den eine Höchststrafe von fünf Jahren Haft, bei schweren Fällen bis zu zehn Jahren Haft verhängt wird. Handelt es sich bei dem Betrug dann um eine Wiederholungstat, kann der Betrüger nicht einmal mehr auf Bewährung hoffen.

Foto: Chris Liverani – UNSPLASH