Recht

Gesetze und Justiz

Versicherungslügen lohnen nicht

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Berliner Novelle
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Wenn ein Versicherungsschaden nicht mit dem Schadensereignis in Einklang zu bringen ist, kann der Versicherer leistungsfrei bleiben. So jedenfalls der Beschluss eines Landgerichtes zugunsten eines Vollkaskoversicherers.

Dabei ging es um Reparaturkosten nach der Fahrzeugbegegnung mit einer Leitplanke.

 

Schadensbild unplausibel

 

Der Versicherte behauptete zu einem Unfallverlauf, dass er auf einer Landstraße einem entgegenkommenden Fahrzeug ausweichen musste und deshalb, in einer Kurve, gegen die Leitplanke gefahren sei. Er gab seinem Versicherer und auch der Polizei weiterhin an, mit rund 70 bis 75 km/h gefahren zu sein. Das bezweifelte der Versicherer.

 

Spuren können nicht lügen

 

Auch durch einen von der Versicherung beauftragten Gutachter wurde dieses Szenario angezweifelt. Dieser kam zu dem Ergebnis, dass bei dieser Geschwindigkeit andere, wesentlich umfangreiche Beschädigungen entstanden sein müssten. Das vorliegende Beschädigungsbild würde vielmehr mit einer „streifenden, verhältnismäßig leichten Berührung“ des Fahrzeuges mit der Leitplanke übereinstimmen. Insbesondere ein Ausweichen des Fahrzeuges nach rechts würde sich nicht mit den gesicherten Spuren in Einklang bringen.

 

Keine Leistungen

 

Deshalb wurde die Klage in zwei Instanzen als unbegründet abgewiesen. Die Richter erkannten hier eine vorsätzliche Verletzung der vertraglichen Aufklärungsobliegenheiten durch den Versicherten. Der Versicherer ist aus diesem Grund vollumfänglich von seiner Leistungsverpflichtung befreit. Für die Beurteilung der Unfallsituation stellt es demnach einen erheblichen Unterschied dar, ob das Fahrzeug, wie behauptet, willentlich zu Vermeidung eines Unfalles in die Leitplanke gesteuert wurde, oder aber diese lediglich aus Unachtsamkeit leicht touchiert hat.