Versicherungsschutz im öffentlichen Gefahrenbereich


Zwischen dem 7. und 8. Juli findet in Hamburg der G20-Gipfel statt – und damit einer der größten Polizeieinsätze in der deutschen Geschichte. Linksextremisten kündigten gewalttätige Ausschreitungen an, was nicht nur Anwohner im Gefahrenbereich und Sicherheitsbehörden alarmiert.

Auch die Versicherungen bereiten sich auf massive Schadensfälle in und um Hamburg vor.

Laut einem Lagebericht der Hamburger Polizei werden in diesem Jahr schwere gewalttätige Auseinandersetzungen seitens der Gipfelgegner erwartet. Über 10.000 Linksradikale werden in der Hansestadt erwartet, dabei sollen mindestens 4.000 gewaltbereite Aktivisten sein. Die Extremisten sollen Blockaden und Sabotagen planen. Zufahrtswege, Bahnanbindungen und sogar der Elbtunnel sollen besetzt, Funkmasten und Stromleitungen sollen angeblich zerstört werden.

Wer zahlt die Schäden nach der Straßenschlacht?

Neben erheblichen Personenschäden werden auch zahlreiche Sachschäden erwartet. Dabei gehören zerstörte Grünanlagen und Straßen noch zu den geringeren Übeln. Ausgenommen von den meisten Statistiken sind jedoch die Schäden an Privateigentum. Nachdem Autos brannten und Fenster entglast wurden, besteht häufig große Verunsicherung, ob und wer derartige Schäden übernimmt.

Vorsicht vor „Fahrlässigkeit“

Für Kfz-Versicherer ist die Lage jedoch eindeutig: Werden Fahrzeuge beschädigt oder zerstört, reguliert die Kaskopolice die Schäden. Handelt es sich jedoch nur um Lack- oder leichte Karosserieschäden, ersetzt diese nur eine Vollkaskoversicherung. Wichtig für den einzelnen Schadensfall ist jedoch auch die Sorgfaltspflicht der Versicherungsnehmer. Werden von den Versicherten Warnhinweise der Polizei oder gar Parkverbotszonen ignoriert, gilt der Schaden allerdings als grob fahrlässig verursacht.

Demo und Krawalle kein erhöhtes Gefahrenpotenzial

Wenn Fensterscheiben von Wohnungen oder Geschäfte durch Steine oder Brandsätze beschädigt werden, Geschäfte und Wohnungen etwa Feuer fangen, sind die Schäden von der Wohngebäude- und Hausratversicherung, bzw. gewerbliche Sachversicherung abgesichert – auch im Fall gewalttätiger Handlungen. Angekündigte Demonstrationen und Krawalle stellen kein erhöhtes Gefahrenpotenzial dar, so dass gesonderte Sicherungs- und Schutzmaßnahmen erforderlich wären. Dennoch kommt es dabei auf die Besonderheiten der einzelnen Policen an.

Nur Krawalle oder bereits „innere Unruhe“

Manche Hausratversicherungen bieten unterschiedliche Klauseln zum Thema Vandalismus. Einige versichern entsprechende Schäden ausschließlich, wenn der Schaden im Zusammenhang mit einem Einbruch steht. Wenn „nur“ ein Stein durch das Fenster fliegt und den Fernseher zerstört, gibt es meistens keine Schadensdeckung. Zu einem Streitfall könnte auch die Frage führen, ob die Hamburger Proteste als Randale zu bezeichnen sind, oder ob diese bereits als „innere Unruhen“ von den Sicherheitsbehörden eingestuft werden. Derartige Unruhen sind meistens schon in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen fast aller Versicherungssparten (außer bestimmte Premiumprodukte) ausgeschlossen. Allerdings wären die Hürden einer solchen Einstufung ziemlich hoch.

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jphintze

... verfasst journalistische und literarische Stoffe, fotografiert und ist als Schauspieler/ Sprecher tätig. Geboren 1971 in Schleswig-Holstein, aufgewachsen und fest verwurzelt in Lübeck.

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