Wenn eigene Technik im Job problematisch wird


Manchmal ist die technische Infrastruktur der Firma jedoch nicht ausreichend, um die persönlichen Ansprüche und die individuelle Arbeitsgeschwindigkeit zu befriedigen. Einige Angestellte arbeiten deshalb lieber mit eigener Technik – achten dabei jedoch meistens nicht auf den rechtlichen Rahmen, der zu beachten ist.

Häufig stellt sich deshalb für Beschäftigte wie für Arbeitgeber die Frage, wieweit dieses selbstlose Eigenengagement gehen darf und was dabei zu beachten ist.

Jüngere Mitarbeiter passen nicht zu veraltetem Equipment

Wenn anstatt des Equipments des Dienstherrn zu nutzen von Mitarbeitern eigene Smartphones und Geräte verwendet werden, handelt es sich höchstens in Einzelfällen um die Motivation des Arbeitgebers, Kosten einzusparen. Denn tatsächlich hat das Unternehmen dadurch einen wesentlich höheren Wartungs- und Sicherheitsaufwand. In den meisten Fällen sind es die Mitarbeiter selbst, die mit eigenen Geräten arbeiten wollen. Gerade jüngere Arbeitnehmer, die an intuitive Technik und schneller Hardware gewohnt sind, wollen sich keineswegs im Beruf mit älterer Software und langsamen Computer zufriedengeben.

Mitbring-Prinzip in Asien üblich

Auch eine Umfrage unter Führungskräften und IT-Fachkräften der Unternehmensberatung IDC bestätigt den Eindruck, obwohl gerade konservative Unternehmen auf die Bedürfnisse ihrer jüngsten Mitarbeitern kaum Rücksicht nehmen. So hat sich das Prinzip, mit eigener Ausstattung zu arbeiten, besonders im asiatischen Raum durchgesetzt. In Südkorea und Singapur gehört das betriebliche Mitbring-Prinzip schon fest zum Arbeitsalltag. Experten gehen trotzdem nicht davon aus, dass sich dieser Trend in Europa durchsetzen wird. Was unter anderem auch daran liegt, dass es hier wesentlich strengere Vorschriften und Bestimmungen bezüglich Datenschutz, Lizenz– und Steuerrecht gibt.

Vorsicht bei Daten und Lizenzen

Einschränkungen gibt es bereits im Bereich der verwendeten Software. Wer nur über eine private Lizenz zu seinem Office-Paket verfügt, darf diese Programm nicht für die Arbeit nutzen. Wer bereits auf seiner privaten Tabellenkalkulation eine Tabelle für den Job erstellt, macht sich streng genommen bereits strafbar. Die größte Hürde liegt jedoch im Bereich des Datenschutzes. Schon arbeitsrechtlich ist es wichtig, dass auf allen verwendeten Geräten der Mitarbeiter berufliche Daten von privaten Mails, Kontakten, Kalender- und anderen Daten getrennt ist. Auch viele Arbeitgeber legen großen Wert darauf, dass ihre Mitarbeiter berufliches und privates strikt trennen. Und kommt es zu einem Streitfall, muss der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber Möglichkeiten der Kontrolle bieten.

Zusatzvereinbarungen sorgen für Klarheit

Rechtlich ist die berufliche Verwendung eigener Technik immer eine Einbahnstraße: Der Arbeitgeber kann seinem Mitarbeiter im arbeitsrechtlichen Rahmen keinesfalls die Anweisung geben, mit eigenen Geräten zu arbeiten. Er kann ihm jedoch die Möglichkeit einräumen, beispielsweise durch Reglungen durch Zusatzvereinbarungen im Arbeitsvertrag. Dies gilt auch für virtuelle Werkzeuge, wie persönliche Twitter- und Facebook-Accounts; beispielsweise, wenn die Follower eines Mitarbeiters aus Gründen des Marketing oder der Öffentlichkeitsarbeit beruflich genutzt werden sollen. Wenn die Nutzung derartiger Kapazitäten Teil einer andauernden Tätigkeit ist, beispielsweise bei Social Media Managern oder Pressesprechern, sollte diese Accounts auch Teil einer arbeitsrechtlichen Zusatzvereinbarung sein.

Zur Steigerung der Attraktivität des Arbeitsplatzes hat sich in Deutschland eher die umgekehrte Mischform durchgesetzt. So bleibt das technische Equipment im Besitz der Firma, eine private Nutzung ist aber ausdrücklich gestattet. So werden Missverständnisse grundsätzlich ausgeräumt, der volle Firmenzugriff bleibt gewährleistet.

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jphintze

... verfasst journalistische und literarische Stoffe, fotografiert und ist als Schauspieler/ Sprecher tätig. Geboren 1971 in Schleswig-Holstein, aufgewachsen und fest verwurzelt in Lübeck.

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