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Wie Faulheit in Effizienz umgewandelt wird

Psychologie, Texte, Wissenschaft/ Psychologie

Der Begriff der „Faulheit“ ist im deutschsprachigen Kulturkreis äußerst negativ belegt. Dabei gibt es durchaus gute Gründe, auch einmal „faul“ zu sein und die Arbeit liegen zu lassen. Umso effektiver kann anschließend nämlich weitergearbeitet werden.

„Faulheit“ gilt als Gegenteil von Effizienz und Leistung. Der amerikanische Coach und Autor Brian Lee hält dies für einen Irrtum.

Sehnsucht nach Faulheit nicht verdrängen

Vielmehr sollten Arbeitnehmer Faulheit als eine wichtige Komponente im Arbeitsprozess erkennen und akzeptieren. Dann kann tatsächlich „Faulheit sogar unser Leben verbessern“, so Lee auf seinem Weblog. Denn gerade in Stresssituationen hilft ein bisschen Zeit zum Durchatmen. Wesentlich negativer als dieses Zugeständnis ist die zwanghafte, erzwungene Aufmerksamkeit. Es kommt allerdings auf den richtigen Moment an, die fachlichen Gedanken zu vernachlässigen und sich für einen Moment anderen Dingen zu widmen.

Durch langweilende Faulheit entsteht Kreativität

Wer sich hingegen wohl dosiert entspannt, bekommt seinen Kopf für neue Ideen und frische Impulse frei. Wenn der Moment wichtiger erscheint, sich beispielsweise mit seinem neuen Smartphone zu beschäftigen, handelt es sich keinesfalls um Faulheit, sondern um Prokrastination; um gezielte Ablenkung von lästigen Aufgaben. Faulheit kann vielmehr erst dann kreativ wirken, wenn die Langeweile beginnt. Die britische Psychologin Sandi Mann ist davon überzeugt, dass erst dann völlig neue Sichtweisen entstehen: „Wenn wir uns langweilen, suchen wir nach Stimulation. Um sie zu erreichen, können wir unsere Gedanken wandern lassen und träumen“, so Manns Konzept kreativer Faulheit.

Bewusste Faulheit kann Taktgeber sein

„Faul“ wird jedoch auch das Verhalten bezeichnet, unangenehmen Dingen aus dem Weg zu gehen und sich bei der Arbeit eher auf die schnell erledigten Aufgaben zu konzentrieren. Aber auch das kann positiv umgedeutet werden: Wer nämlich schneller mit den kleinen Dingen fertig wird, hat mehr Zeit und Konzentration für die größeren, unangenehmen Aufgaben. Und wem ein Abgabetermin im Nacken sitzt, der wird sich bei knapper Zeit auch ausschließlich auf die drückende Aufgabe konzentrieren. Und äußerste Konzentration verspricht ein hohes Maß an Effizienz.

Natürliche Leistungsbedürfnisse akzeptieren

Und schließlich führt Faulheit zu einem schlechten Gewissen und zu grauen, depressiven Wolken. Wem jedoch gelingt, kreativ und effektiv seine eigene Faulheit managen zu können, hat einen großen Schritt in Richtung Selbstliebe und Eigenakzeptanz erreicht. Und wer sein Selbstbild akzeptiert, anstatt sich ständig und stets zu optimieren, lebt glücklicher, unbeschwerter und nachhaltiger.

Foto: CCC by Wikimedia/ Brueghel – Sieben Laster

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