Karriere durch Selbstoptimierung

Wer an Karriereförderung denkt, konzentriert sich meistens auf die Aspekte der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Die wenigsten denken dabei allerdings an die Optimierung der eigenen Person und Verhaltensweisen. Dabei haben gerade individuelle Eigen- und Angewohnheiten erheblichen Einfluss auf unser Umfeld und berufliche Karriere.

Dabei sind schlechte Angewohnheiten nicht jedem bekannt oder richtig bewusst.
Selbstkritik pflegen
Dabei verfügt fast jeder Mensch über Angewohnheiten, die der Beziehung, den sozialen Kontakten und insbesondere der Arbeit und Produktivität zum Teil erheblich schaden. Und somit auch die berufliche Zukunft und Karriere nachhaltig schädigen. Dabei sind den meisten Betroffenen ihre schlechten Angewohnheiten überhaupt nicht bewusst. Wer unsicher ist, kann die folgenden, üblichsten Negativkriterien bei sich selbst überprüfen.
Neutralität im Beruf ist falsch
Viele Arbeitnehmer denken, dass es das Beste ist, sich möglichst unsichtbar zu machen. Wenig auffallen und bis zur Rente möglichst nur “Dienst nach Vorschrift” tätigen. Das mag vielleicht zu weniger Fehlern und Angriffsflächen führen – wenn jedoch der Chef im Rahmen der Weihnachtsfeier angestrengt nachdenken muss, um auf den Namen seiner “unauffälligen” Mitarbeiter zu kommen, wurde die Tarnkappe zu häufig verwendet. Dem Betroffenen ist meistens überhaupt nicht bewusst, auch durch Neutralität einen schlechten Eindruck bei Kollegen zu hinterlassen. Denn gerade gute Leistungen verblassen hinter der freiwilligen Anonymität – außerdem sind solche Mitarbeiter meistens die ersten Kollegen, auf die dann bei bestimmten betrieblichen Situationen zuerst verzichtet wird.
Brennen erfordert Brennstoff
Wenn das betriebliche Chaos immer größer wird, reagieren die besten Mitarbeiter mit Rückzug und Schweigen. Wer keine Lust mehr hat, Auseinandersetzungen mit Kollegen zu führen und sich auch der miesesten Firmenpolitik nicht mehr stellt, brennt nicht mehr für seinen Job. Wenn jedoch das Feuer erloschen ist, hat niemand mehr nachgelegt! Der Brennstoff im Beruf ist positive Teilhabe – durch Belohnungen und Lob für positive Vorschläge, verantwortungsbewussten Verhalten und einer aktiven, betrieblichen Teilnahme. Wer nicht mehr brennt, sollte sich also fragen, ob von sich aus kein Feuer mehr antreibt – oder aber, ob und warum von außen niemand mehr Brennstoff nachlegt.
Tägliche Motivation
Wer sich mit dem morgendlichen Gang zur Arbeit schwer tut, sich vielleicht insgeheim über Krankheitstage freut, sollte seine Beziehung zum Arbeitgeber hinterfragen. Wer seine Tätigkeit als Last empfindet, kann kaum optimale Leistung erbringen. Den die Motivation ist ausschlaggebend für die tägliche Stimmungsbasis. So sollte nie eine negative Grundstimmung im Berufsalltag herrschen, sondern immer eine neutrale Basis vorhanden sein.
Mangelndes Selbstvertrauen
Wichtig für eine solide Karriere ist ein solides Selbstvertrauen. Nur wer über ausreichendes Selbstvertrauen verfügt, ist in der Lage, sich täglich zu motivieren. Selbstbewusstsein ist auch ein Schutzschild in Auseinandersetzungen. Denn wer schüchtern und passiv ist, bietet Angriffsflächen und wird von selbstbewussten Kollegen automatisch nach hinten gedrängt. Allerdings sollte niemand selbstbewusster sein als seine Chefs und Vorgesetzten, denn das wird nicht selten als Überheblichkeit und möglicherweise auch als Bedrohung wahrgenommen – besonders dann, wenn diese Personen wesentlich weniger selbstbewusst sind.
Konstruktionen statt Beschwerden
Die Fähigkeit, sich sachlich zu beschweren, zeugt zwar von einer offenen Betriebskultur und für vorhandenes Selbstbewusstsein des Beschwerdeführers – hält aber meistens den Tagesbetrieb auf und werden deshalb nicht selten als kontraproduktiv oder als bedrohlich eingeschätzt. Beschwerden sollten deshalb sehr sparsam eingesetzt werden; besonders wenn es dabei um Firmenpolitik, Betriebsprozesse oder Kollegen geht. Karriere machen eher die Kandidaten, die anstatt sich zu beschweren selbst nach konstruktiven Verbesserungen suchen und die Ärgernisse lieber geschickt in eigenen Verbesserungsvorschlägen verpacken.
Entwicklungsdefizite disqualifizieren
Als No-Go gilt es, sich über Kollegen zu beschweren oder gar eigene Fehler auf Mitarbeiter abzuwälzen – ob der Anlass nun berechtigt oder unberechtigt ist. Wer unfähig ist, die eigene Schuld anzuerkennen und einzuräumen, zeigt Wachstums- und Entwicklungsdefizite – und disqualifiziert sich für die nächste Beförderungsrunde.
Lernfähig bleiben
Apropos Disqualifikation: Von Vorgesetzten wird fachliche Kompetenz und umfassendes Wissen vorausgesetzt. Wer aber noch kein Chef ist und dennoch so tut, als ober er alles kann und alles weiß, kann schnell als arrogant wirken. Wer so außerdem noch den Eindruck vermittelt, nicht lernfähig zu sein, kann sich auch für einen höheren Posten disqualifizieren.
Emotionen kontrollieren
Grundsätzlich gilt es als positiv, wenn Gefühle und Emotionen offen gezeigt werden. Eine Ausnahme bleibt die Firma und der Beruf. Wutanfälle und frustrierte Mitarbeiter nerven den Tagesbetrieb und können, im schlimmsten Fall, Kollegen und Chefs verunsichern sowie irritieren. Wer seine eigenen Gefühle nicht unter Kontrolle hat, gilt also als tickende Problembombe. Ein rotes Tuch für Belegschaft und Karriere.
Selbstoptimierung verändert den Alltag
Allerdings ist es entsprechend schwierig, Defizite an der eigenen Person zu erkennen und realistisch einzuschätzen. Dabei können nur Kollegen helfen, denen vertraut wird. Besonders Personen, die den Karriereaufstieg anstreben, sollten eben nicht nur auf ihre fachlichen Kompetenzen stolz, sondern auch zu einer grundsätzlichen Selbstkritik – sowie einer grundliegenden Selbstoptimierung – bereit sein.  

Foto: Jennifer Burk – UNSPLASH

 

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