Regeln und Strategien für E-Scooter

Regeln und Strategien für E-Scooter

Während sich Politiker noch über den Sinn und die Möglichkeiten von E-Roller streiten, ärgern sich Bürger über den Roller auf Gehwegen und betrunkenen Fahrern.

Kommunen könnten jedoch mit Strategien und Regeln E-Scooter in ein zukunftsfähiges Mobilitätssystem einbeziehen.

Strategien und Regeln

Unter optimalen Bedingungen bieten E-Scooter gerade bei kürzeren Fahrten eine sinnvolle Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr. Dazu müssten die Städte und Gemeinden allerdings Strategien entwerfen und bestimmte Regeln durchsetzen, die im Sinne und zum Nutzen aller Verkehrsteilnehmer sind.

Entlastung des Innenstadtverkehrs bleibt Utopie

Obwohl Studien und Analysen zur tatsächlichen E-Mobilität in Deutschland bisher völlig fehlen, gibt es bereits Handlungsempfehlungen des “Deutschen Städtetages”. Diese beziehen sich allerdings überwiegend auf problematische Tendenzen, die sich seit der Zulassung von Elektrokleinstfahrzeugen seit Mitte Juni abzeichnen. Außerdem decken sich die Erfahrungen hierzulande mit Erkenntnissen aus den USA und Frankreich, die belegen, dass Fahrten mit E-Rollern überwiegend Fußwege ersetzen. Der Anspruch, den Innenstadtverkehr durch Autos zu entlasten, bleibt utopisch.

Studien offenbaren Probleme

So geben in Frankreich 76 Prozent befragter Personen an, ohne E-Scooter zu Fuß gegangen zu sein oder stattdessen Bus und Bahn benutzt hätten. Als problematisch wurde erwähnt, dass E-Scooter ab einer mittleren Strecke teurer sind, als auch einer vergleichbaren Strecke im öffentlichen Nahverkehr.

E-Scooter mit ÖPNV verzahnen

Es wird deshalb angeregt, den öffentlichen Nahverkehr eng mit dem Verleihsystem solcher Roller zu verzahnen und insbesondere die Kosten anzugleichen. Erst dann würden Kunden des ÖPNV E-Scooter als neue Option wahrnehmen und potenzielle Kunden einen weiteren Anreiz erkennen, auf das Auto zu verzichten.

Hier Mangel, dort Ärger

Problematisch ist auch die Tatsache, dass Leihrollerangebote bisher nur in den Großstädten zur Verfügung stehen. In kleineren Städten, wo besonders der ÖPNV gestärkt werden müsste, fehlen entsprechende Angebote. Und in den Großstädten werden die Leihroller immer stärker als Ärgernis wahrgenommen.

Chancen erkennen

Stattdessen sollten die E-Scooter vielmehr als klimaverträgliche Chance betrachtet werden, heißt es. Kritiker geben jedoch zu bedenken, dass das Angebot elektrischer Kleinstfahrzeuge von bestimmten Interessengruppen”durch die Hintertür” und mittels öffentlicher Subventionen “erzwungen” werden soll. Es wäre ein Schritt zur sozialistischen Planwirtschaft, wenn öffentliche Verkehrsbetreiber Anbieter von E-Rollern subventionieren müssten, für deren Dienste kaum ein Interesse besteht.

 

 

 

Foto: © 🇨🇭 Claudio Schwarz | @purzlbaum – unsplash.com


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