Rentenumbau durch norwegisches Modell

Rentenumbau durch norwegisches Modell

Sorgen um die alternde Bevölkerung: Die Ratingagentur SCOPE schlägt vor, das umlagefinanzierte, traditionelle deutsche Rentensystem durch einen kreditfinanzierten Staatsfonds auszutauschen. Damit soll auch der zunehmenden Bevölkerungsalterung gegengesteuert werden.

Das gegenwärtige System würde Beitragszahler begünstigen, die das Rentenalter in Kürze erreichen. Jüngere Generationen sollten entlastet werden.

Ein Prozent der Gesamtwirtschaftsleistung

In die Fonds, die SCOPE vorschweben, soll jährlich ein Prozent der durchschnittlichen Wirtschaftsleistung einfließen, bestehend aus 50 Prozent Erträgen aus Steuern sowie 50 Prozent kreditfinanzierten Geldern. Demnach würde, wenn das Modell so jetzt eingeführt wird, die eingezahlte Summe insgesamt 34 Milliarden Euro entsprechen – im Gegensatz dazu steht ein Steuerzuschuss des Umlageverfahrens im traditionellen Rentensystem 2018 in Höhe von 94 Milliarden.

Bundesanleihen als eine Finanzierungsbasis

Hoffnung gibt wohl das durch den Nullzins entstandene große Interesse nach Bundesanleihen. Die gibt es bei 30-jährigen Anleihen mit Renditen bis zu 2 Prozent. Würden nun ein Anteil des Staatsfonds durch derartige Schuldverschreibungen mitfinanziert werden, könnte nach den SCOPE-Berechnungen die Kapitalbasis nach 20 Jahren auf mehr als eine Billion Euro wachsen.

Harte Kriterien

Im Gegensatz zum Rentensystem würde ein derartiger Pensionsfonds allerdings nicht für laufende Leistungen herhalten, sondern ausschließlich Ansprüche künftiger Generationen finanzieren. Und das ist nur mit gesetzlichen Einschränkungen machbar, die schwierig vermittelbar sind. So muss vor Auszahlungen grundsätzlich mindestens eine 20-jährige Ansparzeit liegen, das Mindestalter der Begünstigten muss mindestens auf 67 Jahre angehoben werden, der Kapitalstock darf sich nicht verringern und es müssen “klare und transparente Auszahlungskriterien” geschaffen werden.

Vorbild: Norwegen

Vorbild ist der staatliche Pensionsfonds der Norweger. Um den Fonds vor politischen Interessen zu schützen, dennoch aber staatliche Rahmen eingehalten werden müssen, würde der Fonds privat gemanagt, jedoch parlamentarisch kontrolliert werden. Im besten Fall werden also nur Rentenauszahlungen durch Zinserträge ausgeschüttet. Würde der Fonds funktionieren, würde die Kreditwürdigkeit des Staates trotz höherer Schulden bestehen bleiben – sollten der Fonds tatsächlich eine jährliche Durchschnittsrendite von 4 Prozent abwerfen.        

Foto: © Mikita Karasiou – unsplash.com


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