Vergesslichkeit lässt sich stoppen

Vergesslichkeit lässt sich stoppen

Beunruhigende Entwicklung durch die Digitalisierung: Laut der Zukunftsstudie “Living 2038 – Wie lebt Deutschland übermorgen?” des Handelsunternehmens QVC zeigt, dass 70 Prozent der zwischen 1995 und 2010 Geborenen sich wünscht, konzentrierter, kreativer und schneller denken zu können. Experten bezeichnen diese Entwicklung bereits als “digitale Amnesie”.

Wer sich zu sehr auf digitale Technik verlässt, unterfordert sein Gehirn, wird vergesslicher und verlernt zu fokussieren.

Erschreckende Defizite

Wer im beruflichen Alltag und im Privatleben bestehen will, musste sich bisher vieles merken. Daten, Namen, Nummern, Termine – mittlerweile helfen uns dabei der Computer und das Smartphone mit seinen Apps. Was wiederum zu erschreckenden Defiziten führt. Denn je mehr wir es gewohnt sich, uns auf technische Assistenten zu verlassen, umso mehr wird das Hirn-Training vernachlässigt.

Um dieser schleichenden Amnesie vorzubeugen, sollte regelmäßig das Erinnerungsvermögen trainiert werden. Denn, wie auch bei unseren Muskeln, ist es notwendig, unser Gehirn regelmäßig zu fördern und zu fordern. Dadurch bleibt man geistig fit, kreativ und wird kaum noch etwas vergessen.

Beim Essen fängt es an

Ein optimales “Hirnjogging” fängt bei der richtigen Ernährung an. Das Hirn benötigt eine biologische Grundlage, um auf Höchstleistungen zu kommen. Viele Lebensmittel, wie Nüsse, Trocken- und Hülsenfrüchte steigern die geistige Fitness auf natürlichem Weg. Nicht nur das: Auch der Körper profitiert von gesunder Ernährung.

Das Gehirn kann überall trainiert werden

Der beste Augenblick für ein effektives und flexibles Gedächtnistraining sind Wartezeiten. Beim Arzt, an der Bushaltestelle und bei zahlreichen weiteren Alltagssituationen drängen sich kleine Trainingseinheiten förmlich auf. Egal wo – in jeder Umgebung gibt es Dinge, die man sich einprägen kann: Texte, Zahlen und Farben. Wichtig dabei ist es, sich auf bestimmte Ausschnitte zu fokussieren. Dabei kann auch das Smartphone helfen: Spiele wie Memory helfen dabei, sich in jeder Situation auf eine bestimmte Aufgabe zu konzentrieren.

Kleine Übungen mit großer Wirkung

War es in der “Prä-digitalen” Welt üblich, sich wichtige Telefonnummern zu merken, erledigt dies heute der Speicherchip des Smartphones. Viele haben deshalb nicht einmal mehr die eigene Telefonnummer im Kopf. Deshalb sollte man einfach mal wieder damit anfangen zu trainieren, sich die wichtigsten Telefonnummern zu merken. Es ist durchaus anspruchsvoller, sich abstrakte Daten und Zahlen zu merken. Wer damit Schwierigkeiten hat, sollte erst mal anfangen, sich die Überschriften des Tages einzuprägen. Am besten bereits morgens – wer sich dann am Abend noch an die Schlagzeilen erinnert, hat bereits Fortschritte gemacht.

Um die Konzentration des Unterbewusstseins zu trainieren, sollte man versuchen, bewusster durchs Leben zu gehen. Wer sich beispielsweise auf dem täglichen Arbeitsweg vornimmt, bestimmte Dinge zu zählen (bestimmte Automarken, Hunde, Haarfarben, etc.) aktiviert deutlich seine Achtsamkeit und stimuliert Bewusstsein und Unterbewusstsein positiv. Wer Auto fährt, kann alternativ beispielsweise versuchen, einmal ohne Navigationshilfe ans Ziel zu kommen.

Musik hilft!

Übrigens: Auch Musik stimuliert Gedächtnis und Gehirnleistung. Das Gehirn wird sogar nachhaltig gefördert, wenn ein Musikinstrument erlernt wird. Denn während Noten gelesen und gleichzeitig ein Instrument bedient wird, vernetzen sich beide Gehirnhälften – was zu einer nachweislichen Steigerung des persönlichen IQs gehört. Wem das zu fern oder zu kompliziert ist, sollte es vielleicht einmal mit Tanzen versuchen: Auch das Erlernen von Tanzschritten unter Beachtung rhythmischer Klänge hilft bereits, die Merkfähigkeit zu steigern.

FOTO: © Markus Spiske – unsplash.com


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