Was beim Bewerbungsgespräch nicht vergessen werden darf

Was beim Bewerbungsgespräch nicht vergessen werden darf

Ein idealer Bewerber sollte zuverlässig sein, authentisch und sympathisch rüberkommen und vor allem professionell wirken. Was beim Bewerbungsgespräch vermieden werden sollte, müssen nicht nur Berufsanfänger und Jobwechsler wissen, sondern auch Personaler und Firmenverantwortliche.

Was dabei nie vergessen werden sollte: Ein solches Vorstellungsgespräch ist kein Test – beide Seiten wünschen sich das optimale Ergebnis.

Inkompetent – oder nur nervös?

Bewerbungs-, oder auch Vorstellungsgespräche gehören zu den wesentlichen Meilensteinen auf dem Karriereweg. Die Eindrücke, die bei einem solchen Termin vermittelt werden, entscheiden nicht nur über Zu- oder Absagen, sondern hinterlassen einen persönlichen Eindruck. Die meisten Bewerber wissen das – und stehen entsprechend unter hohem Druck und nerviger Nervosität. In solchen Fällen sind menschliche Pannen durchaus verständlich und der Situation geschuldet. Selbst, wenn Dinge gesagt oder getan werden, die den Bewerber eventuell etwas inkompetent oder verantwortungslos erscheinen lässt.

Fettnäpchen möglichst vermeiden

So sind die größten “No-Go´s” in einem Bewerbungsgespräch nicht nur für Bewerber wichtig zu wissen, sondern auch für Personaler interessant. Denn mit Empathie, Menschenkenntnis und einer guten Vorbereitung können die sprichwörtlichen “Fettnäpfchen” vermieden und, im besten Fall des Scheiterns, von der Gegenseite durchaus als menschlich erkannt und toleriert werden.

Optimale Vorbereitung

Wer sich bereits ohne eigenes Zutun sein Bewerbungsgespräch versauen will, erscheint erst überhaupt nicht zum vereinbarten Termin. Oder kommt einfach zu spät. Denn auch wenn eine Verspätung grundsätzlich menschlich ist, hilft bei einem so wichtigen Termin auch keine Erklärung mehr. Denn wer nicht in der Lage ist, bei wichtigen Terminen großzügige Zeitpuffer einzuplanen, wird auch mit den ihm übertragenen Aufgaben unverantwortlich umgehen oder überfordert sein. Andererseits sollte auch vermieden werden, zu früh zum Termin zu kommen. Wer sich bereits 20 Minuten vor Termin beim Empfang vorstellt, setzt indirekt den Personaler unter Druck. Worüber der sich dann nicht wirklich freut, es aber den Bewerber spüren lassen könnte. Und wenn wirklich etwas Unvorhergesehenes auf dem Weg zum Termin passiert, sollte man für diese Fälle die Telefonnummer des Ansprechpartners bei sich haben und rechtzeitig anrufen.

Erster Eindruck

Der erste Eindruck ist entscheiden und in vielen Fällen bereits maßgeblich. Und mit “Eindruck” ist durchaus auch der Händedruck gemeint. Ein überzeugender Händedruck ist bereits ein Bestandteil wohldosierter Körpersprache. Besonders bei Nervosität ist es wichtig, seinen Körper unter Kontrolle zu halten. Auch wenn Nervosität durchaus menschlich, sympathisch und situativ verständlich ist, sollte ein förmliches herumturnen vermieden werden. Allerdings nicht, in dem vorsichtshalber gleich Arme oder Beine übereinandergeschlagen oder verschränkt werden; so etwas wirkt abweisend und verschlossen. Und auch wenn es unangenehm ist, nie vergessen: Augenkontakt halten.

Zweiter Eindruck

Der zweite Eindruck entsteht über das Äußere. Die für so einen Termin ideale Garderobe ist nicht extravagant, sondern angepasst; nicht übertrieben und unpassend, sondern durchaus individuell. Die optimale Kleidung sollte sowohl zum eigenen Typ als auch zur entsprechenden beruflichen Situation passen. Zur Bekleidung gehören außerdem passende Accessoires, die keinesfalls vergessen werden sollten. Die Sonnenbrille gehört dabei nicht an den Hemdkragen, sondern in die Tasche – die dezent sein sollte und ebenso wie die Handyhülle durchaus zum Outfit passen sollte. Gerade die Handyhülle wird häufig unterschätzt – sagt jedoch in vielen Fällen mehr über die Persönlichkeit des Besitzers aus, als diesem oft lieb ist.

Letzter Eindruck

Der letzte Eindruck zählt ebenso wie der erste Eindruck. Wenn das eigentliche Vorstellungsgespräch beendet ist, sollte keinesfalls panikartig das Weite gesucht werden. Ansonsten kann der Eindruck, dass nichts mehr schief gehen kann, täuschen. Oft ist es sogar so, dass sich der letzte Eindruck über allen anderen Eindrücke legt. Und wenn dieser eher schlecht ist, sieht es eben auch für die Eindrücke davor schlecht aus. Um so etwas zu vermeiden, sollte auch die Verabschiedung geplant werden. Dazu gehört ein ehrlicher Dank für die erwiesene Aufmerksamkeit und ein kräftiger Händedruck mit aufrichtigem Augenkontakt zum Abschied. Wenn diese Verabschiedung klappte, kann vielleicht wirklich nichts mehr schief gehen.

Bitte keine “Schutzbehauptungen”

Lügen bei einem Vorstellungsgespräch sollten übrigens nicht nur vermieden werden – es gibt bei solchen Terminen überhaupt keine Lügen! Wer dabei Details seiner Ausbildung, Weiterbildung und bisherigen Laufbahn verschweigen oder beschönigen will, hat bereits verloren. Denn viele Personaler sind durchaus geschult und erfahren, die verbundene Körpersprache, bzw. Unplausibilitäten zu erkennen und diesen auf den Grund zu gehen. Was gerne vergessen wird: Wer bei Bewerbungen bewusst lügt, riskiert nicht nur einen potenziellen Arbeitsplatz, sondern macht sich auch strafbar. Falsche Angaben zu Zeugnissen und Abschlüsse sind Betrug und können durchaus mit Geld- und – bei wiederholten Fällen – sogar mit Gefängnisstrafen belegt werden. Ehrlichkeit ist Grundvoraussetzung der berufliche Professionalität und beginnt bereits mit den Bewerbungsunterlagen.

 

 

Foto: © Tim Gouw – unsplash.com


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